14. Ausgabe

Sonn(en)tag

  1. Ausgabe 1. Juni 2025

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

das ist jetzt bereits die 14. Ausgabe, im Porträt stelle ich allerdings erst den 3. Mann vor, der den Schritt von Deutschland nach Texas gewagt hat. Liebe deutsche Männer in Texas, meldet euch gerne. Egal, ob mit Geschäft oder Familiengeschichte. Ebenfalls unterrepräsentiert sind die Gegenden um El Paso, Abilene, Amarillo und Lubbock. Auch hier würde ich mich über Kontakte freuen.
Ihnen allen einen schönen Sonntag, wo auch immer Sie gerade sind.

Herzlichst

Ursula Weyermann
[email protected] 

Jahrestag

1. Juni 1961
Die Idee für eine Verhütung mit Hormonen gibt es bereits seit 1919. Aber erst 1960 kommt die Antibabypille in den USA auf den Markt. Ein Jahr später, am 1. Juni 1961, wird die „Pille“ auch in Deutschland verkauft - zuerst nur an verheiratete Frauen. „Anvolar“ heißt das „Wundermittel“. Die Pille wird zuerst als Medikament gegen Menstruationsbeschwerden eingesetzt - auf die empfängnisverhütende Wirkung wird eher beiläufig als „Nebenwirkung“ hingewiesen. Der Start gestaltet sich schwierig. In Adenauers Nachkriegs-Westdeutschland, in dem das Hausfrauen-Familienmodell üblich ist, werden Informationen über die neue Verhütungsmethode nur unter der Hand weitergegeben. Konservative Politiker und Kirchen protestieren, warnen vor moralischem Niedergang und dem Zerfall der Familie. 1968 brandmarkt gar Papst Paul VI. Verhütungsmittel in seiner Enzyklika „Humanae vitae“ als Sünde.
Die Anti-Baby-Pille zeigt bereits in den 1960er Jahren erste Wirkungen in der deutschen Gesellschaft: Die Zahl der Abiturientinnen und der Akademikerinnen steigt, weil immer weniger Frauen ungewollt schwanger werden und nicht mehr zwangsweise ausscheiden. Die Geburtenzahlen gehen um knapp die Hälfte zurück - der so genannte Pillenknick. Zudem werden immer mehr Frauen - nunmehr durch die Pille kontrolliert - erst später schwanger. Eine planbare Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird so leichter. Tatsächlich hat das Medikament aber auch Nebenwirkungen wie ein erhöhtes Thrombose-Risiko, Blutungen, Hautveränderungen oder Gewichtszunahme. Je nach Studie wird ihr zugeschrieben, sie senke die Gefahr, an Eierstockkrebs zu erkranken, aber auch, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Welche Auswirkungen die künstlich zugeführten Hormone haben, ist bislang nicht abschließend erforscht.

Klaus Hartmann: Von Kaiserslautern nach Mexia

Der Koch und die „Tatwaffen” - Foto: Privat

Der Klassiker für Deutsche in Texas ist: Jemanden kennen und lieben lernen, der mit dem Militär in Deutschland stationiert ist. Heiraten und zusammen in die USA gehen. Passt auch ein bisschen bei Klaus Hartmann, aber eben nur ein bisschen. Es ist Marita Paulhamus, die mit der Air Force in Deutschland ist und in Ramstein Kinder mit speziellen Bedürfnissen unterrichtet. Zum Beispiel Kinder mit körperlichen Einschränkungen, Kinder mit Asperger oder Kinder mit verminderter Sprachfähigkeit. Klaus Hartmann wohnt zu dieser Zeit in Karlsruhe und die beiden lernen sich über das Internet kennen. Der ursprüngliche Plan ist: Zusammen in Ramstein leben und als Rentner zusammen Europa bereisen. Der gelernte Koch gibt in Ramstein Kochkurse für Amerikaner, wie er das auch schon in Kaiserslautern gemacht hat und zu dieser Zeit noch immer macht. „Mit zehn Jahren hab ich angefangen, bei meiner Mutter in der Wirtschaft kochen zu lernen“, erzählt Hartmann. Da der elterliche Gasthof bei in Ansbach stationierten Amerikanern sehr beliebt ist, erlernt er die englische Sprache quasi nebenbei. Marita und Klaus heiraten in Ramstein.
Soweit der Plan, doch dann kommt die Realität, in der die Stelle von Marita - jetzt Hartmann - weg rationalisiert wird. Und da sie nur wenig Deutsch spricht, entscheidet sich das Paar für die Vereinigten Staaten. Speziell für Texas. Und dort geht es 2018 zunächst nach Victoria, wo ihre Eltern wohnen. Marita bekommt ein Angebot aus Mexia. Klaus Hartmann findet dort einen Job beim Texas Department of Criminal Justice, der ihn wirklich ausfüllt. Dann kommt der Krebs. „Die Kranken-Tage waren ganz schnell aufgebraucht. Und damit war ich raus. Das ist ja hier ganz anders als Deutschland“, so Klaus Hartmann. Und dennoch vermisst er Deutschland wenig. Die Zuverlässigkeit häufig, die Mutter manchmal und das Essen ein bisschen. Aber da er selbst gerne und gut kocht, und auch die Kunst des Spätzle-Machens beherrscht, ist das nicht wirklich schlimm. „Manchmal würde ich ja schon gerne wissen, wie viele Spätzle ich schon vom Brett geschabt habe“, schmunzelt der Fachmann. Wenn's deutsch sein soll, gehören für ihn Spätzle unbedingt dazu. Für einen Zigarren-Raucher eher ungewöhnlich, sammelt er Zippo-Feuerzeuge. 400 Stück besitzt er mittlerweile. Das Zigarre-Rauchen ist eine Hommage an den Großvater, der 30 Jahre lang in einer Zigarrenfirma gearbeitet hat.
Zur Zeit toben drei Hunde durch das Haus der Hartmanns. Annie gehört zu Marita und Klaus. Tochter Anna wohnt mit Hund Puppy ebenfalls im Haus. Und Millie ist ein Ferien-Hund und gehört Sohn Brad, der gerade verreist ist. Brad ist übrigens mit Megan verheiratet, die er in Ramstein kennengelernt hat, und deren Mutter eine Deutsche ist.
Seit einiger Zeit arbeitet Klaus Hartmann jetzt schon bei einem Chevrolet-Händler und überführt die Autos zu Kunden auch nach Dallas, Houston und Austin. Dabei ist er immer wieder froh, wenn er die Großstädte hinter sich lässt.

Vier Generationen inklusive Baby Odin - Foto: Privat

Rezept-Seite in der Kaiserslauterner Zeitung - Foto: Privat

Popemania in USA

Papst Leo XIV. hat als erster amerikanischer Papst eine regelrechte „Popemania“ entfacht. Der gebürtige Chicagoer hat durch seine Wahl eine schnell wachsende Handels- und Tourismus-Industrie ins Leben gerufen. „Da Pope“-Shirts, Trikots und Socken erfreuen sich großer Nachfrage. Schwer im Trend liegen auch Wackelköpfe und Gebetsbilder mit Papst-Konterfei.
Verständlicherweise ist Chicago das Epizentrum dieses Hypes. Lokale Unternehmen bieten themenbezogene Speisen und Souvenirs an. Und Rom verzeichnet einen Anstieg des US-Tourismus'.

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Verstärkte Grenzkontrollen in Deutschland

Seit knapp vier Wochen wird stärker an den deutschen Grenzen kontrolliert. Mehr Polizisten sind im Einsatz. Nicht jeder begrüßt die Maßnahmen des neuen Innenministers Alexander Dobrindt. So sieht die Gewerkschaft der Polizei GdP die Belastungsgrenzen erreicht.
Auch bei seinem Tschechien-Besuch verteidigt Dobrindt (CSU) die Kontrollen: „Deutschland hat eine hohe Magnetwirkung auf die illegale Migration in der Welt.“
Laut Dobrindt zeigen die verstärkten Kontrollen bereits ihre Wirkung. Die zusätzliche Arbeitsbelastung der Polizei solle durch die Unterstützung des Zolls reduziert werden. So sollen stichprobenartige Kontrollen an kleineren Grenzübergängen durchgeführt werden. Langfristig schwebt ihm eine gesamteuropäische Lösung vor. Die neue Regierung, so der Innenminister, wolle in Brüssel nicht länger als Bremse auftreten, wenn es um gemeinsame Maßnahmen gegen die illegale Migration gehe.
Indes fordert der tschechische Außenminister Vit Rakusan eine Rückkehr zu den Schengen-Grundsätzen. Von der deutschen Bevölkerung wird die verstärkte Kontrolle überwiegend positiv aufgenommen.

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Ausflugstipp: Boerne

Deutscher Name und deutsches Essen - Foto: U. Weyermann

Auf deutschen Spuren - Foto: U. Weyermann

Deutsche Einwanderer gründeten 1849 im Kendall County das Städtchen Boerne. Es trägt den Namen zu Ehren des deutschen Schriftsteller und Publizisten Ludwig Börne. Ganz in der Nähe liegen Bettina (zu Ehren Bettina von Arnims) und Uhland (zu Ehren Ludwig Uhlands).
 Als Juda Löw Baruch wurde Börne 1786 im jüdischen Ghetto in Frankfurt geboren. Während verschiedener Studiengänge und Arbeiten stieß er immer wieder an Grenzen aufgrund seines Judentums. Als Herausgeber einer liberalen Zeitschrift ließ er sich evangelisch taufen und nannte sich fortan (Carl) Ludwig Börne. Nach dem Revolutionsjahr 1848 und den Revolten in den deutschen Staaten kamen viele deutsche Einwanderer nach Texas und siedelten sich in der Region an. Boerne hat eine lange Tradition der deutschstämmigen Bevölkerung, so wurde der 1860 gegründete „Boerne Gesangverein“ erst 1977 aufgelöst. Die Stadt ist bekannt für ihre deutsch-texanische Kultur und ihre Traditionen, die auch heute noch in der Stadt präsent sind.
 Deutsche Spuren sind überall zu finden. So nennt sich die Main Street auch Hauptstraße. Das Theiss-Haus erzählt die Geschichte einer Einwanderer-Familie. Und zum amerikanischen Vatertag gibt es ein zünftiges Konzert rund um das Brauhaus.
Bei „Dingergibt es deutsche Küche und viel Andrang. Wer nicht warten, aber wirklich satt werden möchte, und das für 12 Dollar, dem sei das „Hungry Horsein einer Nebenstraße ans Herz gelegt.
Übrigens: Ludwig Börne selbst ist nie in Boerne gewesen.

https://www.ci.boerne.tx.us/655/Things-to-do-in-Boerne

St. Peter Kirche in Boerne - Foto: U. Weyermann

Ehemaliger Wohnsitz der Familie Theis - Foto: U. Weyermann

Termine für Deutsche in Texas

3. Juni, 18.00 Uhr
Abendrunde
Little Italy
Killeen

7. Juni, 12.00 - 15.00 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(dieser Stammtisch findet jeden Samstag statt)

12. Juni, 13.00 Uhr
Deutscher Liederkranz
Restaurant Brick Oven
12093 US-190
Kempner


14. Juni, 19.00 Uhr
Stammtisch Waco
Biergarten Pivovar
320 S 8th St

14. Juni, 12.00 bis 16.00 Uhr
Junetoberfest in Killeen
mit Speis' und Trank und Musik
3301 South WS Young Drive

18. Juni, 13 Uhr
Kaffeerunde
Herb and Ernie's
Copperas Cove

21. Juni, 15.30 bis 17.30 Uhr
Kaffeeklatsch der DFW-Gruppe
303 S Elm St,
Keller

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