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17. Ausgabe
Sonn(en)tag
Ausgabe, 22. Juni 2025
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
in dieser Ausgabe kommt gleich zweimal das Rheinland vor. Zum einen ist da Anette Bernat, die aus Kerpen kommt und jetzt in Early wohnt. Und dann gibt es da noch die Schleuser-Affäre, bei der mein Heimat-Kreis Düren eine unrühmliche Rolle spielt. Unnötig zu erwähnen, dass die nette Anette und die korrupten Dürener Politiker nichts - aber auch gar nichts - miteinander zu tun haben.
Herzlichst
Ursula Weyermann
[email protected]
Jahrestag
22. Juni 1941
„Unternehmen Barbarossa“ oder „Operation Barbarossa“, ist der Deckname für den Angriffskrieg der deutschen Wehrmacht gegen die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Der vom NS-Regime geplante und vorbereitete militärische Überfall am 22. Juni 1941 eröffnet den Deutsch-Sowjetischen Krieg. Die Operation Barbarossa ist mit 3 Millionen Soldaten, die die Grenze der Sowjetunion überschreiten, der größte und zerstörerischste militärische Feldzug der Geschichte.
Hitler hat den Angriff auf die Sowjetunion nach dem Sieg über Frankreich im Juni 1940 ins Auge gefasst und sein Ziel dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) am 31. Juli 1940 eröffnet. Mit der Weisung Nr. 21 erteilt Hitler dem OKW am 18. Dezember 1940 den Befehl zur Vorbereitung der Militäroperation unter dem Decknamen Unternehmen Barbarossa. Das Ziel ist, „Lebensraum“ im Osten erobern und den Bolschewismus vernichten. Die Invasion ist ein Bruch des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts von 1939. Die Wehrmacht plant einen schnellen Sieg (Blitzkrieg) und unterschätzt die Widerstandsfähigkeit der sowjetischen Armee. Die deutschen Truppen greifen entlang einer 2.900 Kilometer langen Front an. Sie dringen tief in sowjetisches Gebiet ein und erleiden dabei hohe Verluste. Die Wehrmacht erobert große Gebiete und schließt ganze sowjetische Armeen ein, wie z.B. bei Kiew. Die Schlacht um Moskau im Winter 1941/42 scheitert jedoch auch daran, die Sowjetunion zur Kapitulation zu zwingen. „Unternehmen Barbarossa“ ist der Beginn eines langen und brutalen Krieges an der Ostfront.
Wie ein Kerpener Mädchen nach Early kommt …

Anette und Bob bei der Feuerwehr in Early. - Foto: Privat
Maria Antoinette Bernat aus Kerpen bei Köln lebt seit November 2009 in Texas und fühlt sich sehr wohl hier. In den Vereinigten Staaten ist sie aber schon etwas länger, nämlich seit 1994. Dazu später mehr.
Vor zwei Tagen ist Anette, wie sie meistens genannt wird, 69 Jahre alt geworden und eigentlich ist sie seit drei Jahren in Rente. Aber das ist er auf Dauer zu langweilig. Und so ist sie jetzt im Bereich „Home Health“ tätig, und besucht Menschen, die Hilfe brauchen, in deren Haus. Eine alte Frau zum Beispiel, die morgens schon sehnsüchtig auf Maria Antoinette wartet. „Wenn ich da hin komme, füttere ich erst einmal den Hund, dann die Katzen, mache Frühstück für die Frau und kümmere mich um die Hausarbeit“, zählt sie auf. Drei Stunden plant sie dafür ein. Danach kümmert sie sich um ihren eigenen Haushalt und Ehemann Bob Sciammarella. Die beiden wohnen etwas außerhalb von Early bei Brownwood.
1994 hat die Kerpenerin Freunde in New York besucht und ist von einem Auto angefahren worden und musste ins Krankenhaus gebracht werden, damit war dann ihr Rückflugticket verfallen. Außerdem hat sie bleiben müssen, weil der Fall vor Gericht gegangen ist. Sie hat angefangen zu jobben und via Blind Date Bob Sciammarella kennengelernt. Zwei Jahre später haben die beiden geheiratet und noch zwei weitere Jahre in New York gelebt. Die erwachsene Tochter ist dort geblieben und hat eine Familie gegründet. Und Anette und Bob sind zunächst nach Pennsylvania gezogen und haben dort sogar elf Jahre gelebt, aber richtig heimisch geworden ist sie da nie. „Da hat so oft geschneit!“
Einen allerersten Einblick in den Lone-Star-State Texas hat Anette schon bei einem Urlaub in 1985 bekommen und ist begeistert gewesen. Als sie zusammen mit Bob 2006 Freunde dort besucht, steht für sie fest: „Ich will nach Texas!“ Bob ist einverstanden. Es dauert allerdings drei Jahre bis sie ihr Haus in Pennsylvania verkaufen können. Da Bob wegen eines Jobs in einer Oil Company in Pennsylvania noch nicht sofort weg kann, lebt Anette zunächst alleine in Midlothian und arbeitet ab 2012 in einem Altenheim in Cleburne.
Im Sommer geht es nach Galveston. Deutschland steht vielleicht für nächstes Jahr auf der Agenda. Da leben ihr Sohn, zwei Enkel, Vettern und Cousinen und ein Onkel und eine Tante. Die vermisst sie manchmal. Auch das Brot und die Brötchen. „Aber ich kann mir nicht mehr vorstellen, da zu leben“, sagt sie. Und ihre Sehnsucht nach deutschem Kaffee wird durch Amazon gestillt.

Gerne in Galveston - Foto: Privat

Schon seit langem ein Paar - Foto: Privat
Schleuseraffäre im Rheinland - Der Fisch stinkt vom Kopf
Dass Politiker nicht nur auf höchster Ebene hinterhältig und korrupt sein und dem Staat schaden können, hat jetzt mein deutscher Heimatkreis Düren anschaulich bewiesen. So mit und mit ist ja schon in den vergangenen Monaten einiges ans Tageslicht gekommen. Als erstes ist Jens Bröker, der Geschäftsführer der Indeland GmbH (einer Firma des Kreises) ins Straucheln geraten. Ein Schleuserring hat mit Hilfe von Anwälten und Politikern vor allem betuchte Chinesen ins Land geholt und denen für rund 250.000 Euro ein rundum-sorglos-Paket inklusive Aufenthaltsgenehmigung verschafft. Für Nicht-Dürener kurz zur Erklärung: Wolfgang Spelthahn (CDU) war seit 1999 bis zu seinem Amtsenthebungsverfahren Ende 2024 ununterbrochen Landrat. Der einzige, der ihm mal auf die Finger geguckt hat, ist Jens Bröker, Geschäftsführer der SPD gewesen. Also hat Spelthahn ihm den Posten bei der Indeland GmbH verschafft. Mit einem Jahresgehalt von 150.000 Euro und einem Dienstwagen der gehobenen Mittelklasse. Davon kann natürlich niemand leben und so musste Bröker sich nach einer lukrativen Nebentätigkeit umsehen. Die hat er dann auch in einem Schleuserring um zwei Kölner Rechtsanwälte gefunden.
Spelthahn gab sich bei Brökers Verhaftung zutiefst betroffen. Und menschlich enttäuscht. Hat er tatsächlich gesagt. Schnell stand natürlich der Verdacht im Raum, dass er etwas mit der Sache zu tun haben könnte. Immerhin sind etliche der exklusiven Aufenthaltsgenehmigungen vom Kreis Düren ausgestellt worden. Spelthahn mimte weiterhin den Unschuldigen und Hintergangenen und konnte dieses Spiel aber nicht mehr lange aufrechterhalten.
Es wurde ein Ersatz-Landrat von außerhalb eingesetzt, der bis zur Kommunalwahl im Herbst tätig sein soll. Da stand schon die Frage im Raum, warum nicht Peter Kaptain, der stellvertretende Landrat, und Leiter des Dezernates I, mit dieser Aufgabe betraut wurde. Jetzt wird auch gegen Kaptain ermittelt. Der Fisch stinkt vom Kopf!
Flower Mound ist mehrfach Spitze
Laut dem deutschen „Businessinsider“ soll Flower Mound TX der beste Wohnort in den USA sein. Die ruhigere und weniger bekannte Stadt liegt innerhalb des Dallas/Fort-Worth Metroplexes, einer großen Region in Nordtexas mit über 200 Städten und Vororten. Zu Jahresbeginn leben 81.270 Menschen in dieser Kleinstadt.
Was Flower Mound an Bevölkerungszahl fehle, mache die Stadt durch Chancen und Annehmlichkeiten wett, vermutet das deutsche Wirtschaftsmagazin und stützt sich dabei auch auf den „US News & World Report“, der Flower Mound als einer der besten Wohnorte in den USA ausgezeichnet – basierend auf Kriterien wie Jobchancen, bezahlbarem Wohnraum, Lebensqualität und Schulbewertungen. Auch auf ähnlichen Bestenlisten von Plattformen wie „Livability“ und der Finanzseite „WalletHub“ belegt Flower Mound Spitzenplätze und wird von dem Nachbarschaftsbewertungsportal „Niche“ für einige der besten öffentlichen Schulen in Texas ausgezeichnet.
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Unerwartet und ungewollt verheiratet
Kristin Marie Spearman kann man nun wirklich keinen mangelnden Erfindungsreichtum unterstellen. Ihr Ex-Freund kann das mit Sicherheit bestätigen. Der 42-Jährige aus Zentraltexas ist vergangene Woche von ihr überrascht worden: Mit einer Geschenktüte und einer Kopie einer Heiratsurkunde aus dem Büro des McLennan County Clerk, wie jetzt Vox44 berichtet hat. Er war also demnach plötzlich und unerwartet mit seiner Ex-Freundin verheiratet.
Wie Spearman das angestellt hat? Sie hat einen örtlichen Pfarrer davon überzeugt, eine Heiratsurkunde zu unterschreiben, die das ehemalige Paar bekommen, bevor ihr Ex die Beziehung beendet hat. Kristin Marie Spearman hat das Dokument, zusammen mit Geschenken und Fotos, im Haus ihres Ex-Freundes aufgestellt.
„Ich habe in 23 Jahren noch nie von jemandem gehört, der es geschafft hat, jemanden zu heiraten, der bei der Zeremonie nicht anwesend war“, so Kory Martin, Polizeichef von Beverly Hills, Mc LennanCounty, gegenüber Vox44.
Weder das Opfer, noch der Pastor sind namentlich bekannt. Spearman ist jetzt wegen Stalking dritten Grades angeklagt worden sitzt in Haft im Gefängnis von McLennan County.
Ausflugstipp: Marfa und die Lichter

County-House in Marfa - Foto: J. Staud
Marfa wird 1883 als Wasserhaltestelle und Güterbahnhof der Galveston-Harrisburg-San-Antonio-Eisenbahn gegründet. Angeblich hat die Ehefrau eines Eisenbahnmanagers den Namen „Marfa“ nach der Figur Marfa Strogoff in Jules Vernes Roman Michael Strogoff vorgeschlagen, den sie gerade gelesen hat.
Marfa liegt in einer Gegend, die als eine der letzten amerikanischen Grenzen bezeichnet wird. Es befindet sich auf einer Höhe von 4.830 Fuß über dem Meeresspiegel in einer halbtrockenen Region mit vielen trockenen Flussbetten, die von Sommergewittern aufgefüllt und weiter erodiert werden. Im Norden liegen die Davis Mountains, im Südosten die Chisos Mountains und im Südwesten die Chinati Mountains. Marfa liegt halbgeschützt innerhalb dieser Steilhänge auf einer großen Hochebene, die als Marfa-Plateau bekannt ist.
Bis 1885 gibt es in Marfa ein oder zwei Kneipen, ein Hotel und ein Gemischtwarengeschäft – Humphris and Company. Pokerwetten in den Kneipen werden oft mit Besitzurkunden von Stadtgrundstücken abgeschlossen. Im St. George Hotel logieren Handelsreisende, die mit dem Zug anreisen, ihr Hauptquartier im Hotel aufschlugen und von Marfa aus mit der Postkutsche nach Shafter, Fort Davis, Valentine und Presidio fahren, um ihre Waren anzubieten. Auch heute liegt noch Wild-West-Flair in der Luft und in den Saloons lässt es sich wunderbar in vergangene Zeiten zurückträumen.
Die größte Attraktion der Stadt sind jedoch die berühmten Marfa Lights. Die Stadt und die umliegende Gegend dienen auch als Kulisse für mehrere Hollywood-Filme, darunter Giganten (1956), Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All (1971), There Will Be Blood (2007) und No Country for Old Men (2007).
Die Marfa-Lichter sind ein bekanntes Phänomen, das in der Nähe des Städtchens beobachtet wird. Es handelt sich um unidentifizierte Lichtphänomene, die seit über einem Jahrhundert von Einheimischen und Touristen gesichtet werden. Die Lichter erscheinen oft als leuchtende Kugeln oder Flecken am Horizont, die in verschiedenen Farben und Intensitäten auftreten und sich manchmal bewegen oder verschwinden. Obwohl es keine endgültige wissenschaftliche Erklärung für die Marfa-Lichter gibt, werden verschiedene Theorien diskutiert. Eine häufige Erklärung ist, dass die Lichter durch atmosphärische Reflexionen von Fahrzeugscheinwerfern oder anderen künstlichen Lichtquellen verursacht werden, die sich in der warmen Wüstenluft brechen. Andere Theorien spekulieren über natürliche Phänomene wie Erdbebenlichter oder sogar übernatürliche Erklärungen.
Jedenfalls ziehen die Marfa-Lichter jedes Jahr viele Besucher an, die hoffen, das mysteriöse Schauspiel selbst zu erleben. Es gibt einen offiziellen Aussichtspunkt, der sich etwa 9 Meilen östlich von Marfa an der US-90 in Richtung Alpine befindet.

Historical Marker in Marfa - Foto: J. Staud

Marfa Lights - Bild/ai: J. Staud
Termine für Deutsche in Texas
28. Juni, 12.00 - 15.00 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(dieser Stammtisch findet jeden Samstag statt)
1. Juli, 18 Uhr
Abendrunde
Little Italy
Killeen
5. Juli, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch
Restaurant Edelweiß
Harker Heights
16. Juli, 13 Uhr
Kaffeerunde
Herb & Ernie's
Copperas Cove
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