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29. Ausgabe
Sonn(en)tag
Ausgabe , 14. September 2025
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
Erlauben Sie mir bitte zunächst eine kurze Bemerkung zu meinem Banken-Spenden-Chaos: Die Bank ist doch nicht unschuldig gewesen, es hat noch immer nicht funktioniert, auch wenn es zunächst so aussah. Jetzt sind Link und QR-Code mit Stripe verbunden. Und wer noch nicht die Geduld verloren hat, kann das gerne probieren. Ich freue mich nach wie vor über Unterstützung.
In der heutigen Ausgabe geht es um Leben und Tod. Im Jahrestag ist die Ermordung des 25. Präsidenten der USA Thema. Dem 11. September, der sich erst kürzlich gejährt hat, ist ein zweiteiliger Artikel gewidmet. Und der Tode von Charlie Kirk, besonders der Umgang damit, findet auch in dieser Ausgabe Platz. Wenn Sie jetzt fragen, wo bleibt denn da das Leben, finden sie eine Antwort im Artikel über die „Society for the Innocents“ und natürlich in der Geschichte von der Sabine McCalla aus Deutschland, die mit ihrer Familie in Round Rock lebt.
Herzlichst
Ursula Weyermann
[email protected]
Jahrestag
14.September 1901
Der 25. US-Präsident William McKinnley stirbt am 14. September 1901, acht Tage nachdem er während der Panamerikanischen Ausstellung in Buffalo, New York, von von dem polnisch-amerikanischen Anarchisten Leon Czolgosz angeschossen worden ist.
McKinley gewinnt seinen ersten Sitz im Kongress im Alter von 34 Jahren und verbringt 14 Jahre im Repräsentantenhaus, wo er als führender republikanischer Experte für Zölle bekannt wird. Als er 1890 seinen Sitz verliert, dient McKinley zwei Amtszeiten als Gouverneur von Ohio. Bis 1896 hat er sich, mittels Unterstützung des Industriellen Mark Hanna aus Ohio, zum führenden republikanischen Präsidentschaftskandidaten entwickelt. Im Herbst dieses Jahres besiegt McKinley seinen demokratischen Rivalen William Jennings Bryan mit dem größten Vorsprung seit dem Bürgerkrieg.
Außenpolitik
Als Präsident wird McKinley als Beschützer der Großkonzerne bekannt, die während seiner Amtszeit ein beispielloses Wachstum erleben. Er befürwortet Schutzzölle als Mittel, um amerikanische Unternehmen und Arbeitnehmer vor ausländischer Konkurrenz zu schützen, und setzt sich erfolgreich für die Einführung des Goldstandards ein. Vor allem aber ist McKinleys Präsidentschaft von seiner Außenpolitik geprägt. Im April 1898 drängen ihn der Kongress und die amerikanische Öffentlichkeit dazu, in Kubas Unabhängigkeitskampf gegen die spanische Kolonialherrschaft einzugreifen. Die USA besiegen Spanien in nur drei Monaten mühelos, befreien Kuba und annektierten Puerto Rico, Guam und die Philippinen. Zum ersten Mal wird die USA zu einer Kolonialmacht.
Revolver im Taschentuch
Amerikas wachsendes Interesse am Pazifik veranlasst die Regierung McKinley, ihr Engagement in der Asienpolitik deutlich zu verstärken. Im Jahr 1900 schickt McKinley Tausende US-Soldaten nach China, um den Boxeraufstand niederzuschlagen, dessen Ziel die Vertreibung von Ausländern ist. Seine aggressive „Politik der offenen Tür“ erklärt die Unterstützung der USA für ein unabhängiges China und argumentiert, dass alle Nationen mit Handelsinteressen in China auf gleicher Augenhöhe konkurrieren sollten. Von den Amerikanern geliebt, gewinnt McKinley seine zweite Amtszeit mit einem noch größeren Vorsprung vor Bryan, der ihn wegen seines „Imperialismus“ im Pazifikraum und im Inland wegen des Wachstums illegaler Monopole oder Trusts angreift. Es bleibt jedoch nicht viel Zeit, um zu sehen, was seine zweite Amtszeit bringt. Am 6. September 1901 wird McKinley während eines Empfangs bei der Panamerikanischen Ausstellung in Buffalo von Leon Czolgosz angesprochen, der einen 32er Revolver in einem Taschentuch versteckt trägt. Der zieht seine Waffe und schießt aus nächster Nähe zweimal auf McKinley. Eine Kugel prallt an einem Anzugsknopf ab, die andere dringt in seinen Magen ein, durchschlägt die Nieren und bleibt in seinem Rücken stecken. Bei der Operation können die Ärzte die Kugel nicht finden und in seinem Körper entsteht Wundbrand. McKinley starb acht Tage später. Czolgosz wird wegen Mordes verurteilt und kurz nach der Schießerei hingerichtet.
Zwischen zwei Welten zuhause

Familie McCalla besucht zusammen mit Sabines Mutter die Christmas-Tree-Farm - Foto: Privat

Fahrrad-Fahrten bei Wind und Wetter werden in Texas vermisst - Foto: Privat
Ihre Amerika-Geschichte fängt nicht mit dem Militär an. Zumindest nicht direkt. Als Au-Pair Mädchen ist sie vor etlichen Jahren in Harker Heights gewesen. Sabines Gastmutter meldet das sportliche Au-Pair in einem Volleyball-Team an. Einer ihrer Trainer ist Kevin McCalla. Doch bis aus den beiden eine Paar wird, sollen viele Jahre vergehen. Sabines Gastfamilie, und hier kommt dann doch das Militär ins Spiel, zieht nach Georgia. Natürlich zieht Sabine mit. Danach geht es wieder zurück nach Bautzen in der ehemaligen DDR. Da, wo der Senf herkommt. Da, wo das berüchtigte Stasi-Gefängnis war. Da, wo Familie und Freunde wohne. Sabine studiert später in Bonn, arbeitet bei der Messe Bremen. „Dann kam gerade Facebook auf“, blickt sie zurück. „Und eigentlich aus reiner Neugier hab angefangen, nach Bekannten aus der Zeit in Amerika zu suchen.“
Auf Facebook wiedergefunden
So findet sie auch Kevin McCalla und ein intensiver Austausch beginnt. Er besucht sie in Deutschland und aus Freundschaft wird mehr. Das erste Kind, Sohn Nikolas, bekommt Sabine McCalla in Deutschland. Und eigentlich will sie auch in Deutschland bleiben. „Ich wollte meinen Job bei der Messe behalten. Und ich war in Mutterschutz, so was gibt es in Amerika ja gar nicht.“ Aber ihr Mann hat in Amerika wesentlich besser verdient. Und so ziehen die McCallas zunächst nach Austin und dann nach Round Rock. Hier leben sie heute noch. Nikolas ist mittlerweile 14 Jahre alt und hat einen elfjährigen Bruder. Mit zur Familie gehört auch Kevins erwachsener Sohn Christopher. „Ich lebe gerne hier“, sagt Sabine McCalla. „Und dennoch kann ich mir vorstellen, irgendwann wieder in Deutschland zu leben.“ Da sind Familie und Freunde, die Jahreszeiten. Und die Möglichkeit, immer und überall mit dem Fahrrad zu fahren. Aber sie weiß auch, dass sie sehr viel vermissen wird, wenn sie tatsächlich irgendwann nach Deutschland zurückzieht: „Die Freundlichkeit zum Beispiel. Im Norden in Deutschland sind die Menschen schon eher muffelig. Und in Texas gibt es viel weniger Neid. Die freuen sich mit dir, wenn du Erfolg hast. Und manches ist einfacher und unbürokratischer hier.“ Als Beispiel hierfür führt sie ihrer Makler-Lizenz und ihren Job als freiberufliche Maklerin an.
Relocation
Wie sie zu diesem Job gekommen ist? „Als wir das Haus gebaut und eingerichtete haben, sind mein Mann und ich immer wieder aneinander geraden. Ich mag es hell, leicht, offen … deutsch eben. Er mag es texanisch, dunkles Holz, ...“ Zu dieser Zeit wollte sie, nach der Kinderphase, wieder ins Arbeitsleben einsteigen. Und dann hat ihr Mann die Idee gehabt, dass sie doch eigentlich „relocation“ zum Beruf machen kann. Das hat sie dann umgesetzt.
Seitdem die Kinder in der Schule sind hat es auch wieder Zeit für ihr Hobby das Fotografieren gefunden. Auch spielt sie ab und zu wieder ein bisschen Volleyball. Nur mit dem Fahrradfahren ist es schwierig in Texas. Und das führt dann schnell mal wieder zu Deutschland-Träumen. Aber eine diesbezügliche Entscheidung zu fällen ist schwierig: „Die komplette Familie meines Mannes ist hier und meine Familie ist in Deutschland.“

Am Brandenburger Tor - Foto: Privat
Nine-Eleven (1)
Jeder, der damals schon geboren und mindestens im Kindesalter gewesen ist, weiß noch genau, was er gemacht hat … am 11. September 2001, als die Welt eine andere geworden ist. Da sind die Nachrichten im Radio gewesen, die Bilder im Fernsehen. Und man hat es einfach nicht fassen können. Am 11. September 2001 verübt die islamistische Terrororganisation Al-Quaida den bisher folgenschwersten Terrorakt in der jüngeren Geschichte. Terroristen kapern vier Linienflugzeuge, erlangen mit Gewalt die Kontrolle über die Cockpits und steuern die Maschinen in vorher dafür bestimmte Ziele. Der American-Airlines-Flug 11 wird um 8.46 Uhr Ortszeit in den Nordturm des World-Trade-Centers gelenkt und schlägt zwischen dem 93. und dem 99. Stockwerk ein. Ab diesem Zeitpunkt sind Fernsehteams vor Ort, die Bilder aus Manhattan live in die gesamte Welt übertragen.
Pentagon
Nur 17 Minuten später schlägt der United-Airlines-Flug 175 zwischen dem 77. und 85. Stock in den Südturm des World-Trade-Centers ein. Um 9.37 Uhr schließlich lenken die Terroristen den American-Airlines-Flug 77 in den Westteil des Pentagons in Washington D.C., Sitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums. Die Folgen der Anschläge sind verheerend: Alle Passagiere an Bord sterben sofort, ebenso zahlreiche Menschen, die sich in den Gebäuden aufhalten. Allein im Pentagon kommen 125 Menschen ums Leben. Das Kerosin entfacht Brände in den beiden Türmen des World-Trade-Centers. Die Hitze sorgt dafür, dass tragende Stahlteile in den Türmen nachgeben. Der Südturm stürzen um 9.59 Uhr ein, der Nordturm um 10.28 Uhr.
3000 Menschen sterben
Ein weiteres Flugzeug, der United-Airlines-Flug 93, wird von den Terroristen in Richtung Washington D.C. gelenkt – es ist unklar, welches Ziel sie damit ansteuern wollen. Passagiere an Bord, die von den Anschlägen in New York erfahren haben, versuchen die Terroristen von ihrem Vorhaben abzuhalten. Es wird angenommen, dass die Terroristen durch den Widerstand erkannt haben, dass sie ihr Ziel nicht erreichen können und deswegen in den Sinkflug übergehen. Die Maschine schlägt um 10.03 Uhr auf einem Feld im US-Bundestaat Pennsylvania ein. Insgesamt sterben bei den Attentaten etwa 3.000 Menschen, davon 2.052, die sich in den beiden Türmen des World-Trade-Centers aufgehalten haben. Staatsbürger aus 92 Nationen sind unter den Todesopfern. Mehr als 6.000 Menschen werden bei den Anschlägen verletzt. Insgesamt befinden sich am Morgen des 11. September 2001 zwischen 16.400 und 18.800 Menschen im World-Trade-Center. Weit mehr als 90 Prozent der Todesopfer befinden sich zum Zeitpunkt der Anschläge auf Höhe der Einschlagstellen oder darüber. Sie haben kaum eine Chance gehabt zu entkommen, weil die Explosionen Fahrstühle und Treppenhäuser zerstören. Manche stürzen sich deswegen von den über 400 Meter hohen Türmen in den Tod.
Erhöhte Einsatzbereitschaft der Streitkräfte
Der Terrorakt löst in den USA und weltweit Entsetzen aus. Es kommt zu spontanen Trauerkundgebungen in zahlreichen größeren Städten. Fernsehsender ändern ihr Programm oder setzten sogar zeitweise den Sendebetrieb aus. Der damalige US-Präsident George W. Bush erfährt von den Anschlägen während eines Besuchs in einer Grundschule. Er sagte das anschließende Pressebriefing mit der Begründung ab, dass es eine „nationale Tragödie“ gegeben habe und wird mit dem Präsidentenflieger „Air Force One“ in die Luftwaffenbasis Barksdale geflogen. Dort äußert er sich zu den Ereignissen: „Die Vereinigten Staaten werden die Verantwortlichen für diese feigen Taten zur Strecke bringen und bestrafen.“ Die Streitkräfte der USA werden in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt.
Uneingeschränkte Solidarität aus Deutschland
Im deutschen Bundestag werden am 12. September 2001 die laufenden Haushaltsberatungen unterbrochen, um der Opfer zu gedenken. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) spricht von einer „Kriegserklärung an die zivilisierte Völkergemeinschaft“ und sichert US-Präsident Bush die „uneingeschränkte Solidarität Deutschlands“ zu. Zum ersten und bisher einzigen Mal erklärt die Nato am gleichen Tag den Bündnisfall auf Basis von Artikel 5 des Nordatlantikvertrags. Ebenfalls am 12. September verurteilt der UN-Sicherheitsrat die Anschläge und ruft alle Staaten dazu auf, die Drahtzieher sowie deren Helfer und Organisatoren zur Rechenschaft zu ziehen.
Osama bin Laden
Bereits kurz nach den Anschlägen deuten Indizien darauf hin, dass Osama bin Laden und das Terrornetzwerk Al-Qaida hinter den Anschlägen stecken könnten. In einer Rede vor dem US-Kongress am 20. September 2001 kündigt George W. Bush Vergeltung für die Attentate an. Er macht Al-Qaida für die Anschläge verantwortlich und bringt das Netzwerk in Verbindung zu dem in Afghanistan herrschenden Taliban-Regime. „Der Krieg gegen den Terror wird erst enden, wenn jede einzelne terroristische Gruppe mit weltweiter Reichweite gefunden, gestoppt und besiegt ist“, sagt Bush. Die Rede geht als „War-on-Terror-Rede“ in die Geschichte ein und markiert den Beginn des US-amerikanischen Kampfes gegen den weltweiten Terrorismus, der unter anderem die Kriegseinsätze in Afghanistan, im Irak und weitere Militärmissionen zur Folge hat. Auch zahlreiche innenpolitische Maßnahmen werden ergriffen, wie beispielsweise der US Patriot Act vom Oktober 2001, der Bürgerrechte zum Teil beschneidet.
Lesen Sie über Afghanistan, Guantanomo und Irak-Krieg als Folgen in der nächsten Ausgabe.

Amerikanisches Trauma - Bild/ai: J. Staud
Umgang mit dem Tod Charlie Kirks
Charlie Kirk, konservativer Aktivist, und Vater zweier Kinder, ist auf dem Campus der University in Orem/Utah erschossen worden. , Gründer der konservativen Jugendorganisation „Turning Point“ hat polarisiert, war klar in seinen Positionen, hat aber jedem seine Meinung gelassen und wirklich jeden zur Diskussion eingeladen. Dabei konnte der andere sein Thema vorbereiten, Kirk hat dann aus dem Stehgreif geantwortet. So auch auf dem Campus der Universität in Utah. Dann fällt der Schuss. Der Schwerstverletzte verstirbt im Krankenhaus. Die Fahndung nach dem Täter läuft auf Hochtouren. Der Täter wird gefasst. Es handelt sich um den 22-jährigen Tyler Robinson aus Utah.
Gedenkminute abgelehnt
Fast genauso erschreckend wie Kirks Tod, ist der Umgang mit selbigem. Als er noch mit dem Tod ringt, verweigern die Republikaner im Parlament die Teilnahme an einem Gebet für ihn. Im EU-Parlament fordert der schwedische Konservative Charlie Weimers eine Gedenkminute für Kirk, das wird abgelehnt. Als er eine Minute seiner Redezeit als Schweigeminute einsetzen möchte, wird auch das von Katharina Barley abgelehnt.
Auch in Texas gibt es Reaktionen auf Kirks Tod, die Empathie schmerzlich vermissen lassen. Ein Doktorand der Baylor University, der als Praktikant der Midway Middleschool zugeteilt ist, wird seines Postens enthoben, nachdem er gesagt hat, Kirks Ermordung „bringe ihn zum Kichern“. Elizabeth Beck, Mitglied des City Council in Fort Worth, teilt einen Beitrag, in dem sie die Verteidigung des Waffenrechts durch Kirk verhöhnt. Diesen Beitrag löscht sie aber schnell wieder. Ein Professor der Texas State University wird entlassen, weil er auf der Online-Konferenz „Revolutionary Socialism“ folgende Bemerkung macht: „Wie kann man ohne Organisation erwarten, die blutrünstigste profitorientierteste und verrückteste Organisation der Weltgeschichte zu stürzen, die der Vereinigten Staaten.“
Theveßen (ZDF) lügt bewusst
Die deutsche Linke um Heidi Reichinnek verhöhnt Kirk postum mit dem Foto eines Schimpansen, Hauptdarsteller der Fernsehserie „Unser Charly“. Die Artikel in den Mainstream-Medien sind ziemlich despektierlich. Schlimmer sind nur noch die Kommentare, die nicht gelöscht werden wie „Gut so“ oder „Hat er verdient“. Wer wirklich den Vogel abschießt, ist Elmar Theveßen, ZDF-Journalist, der in der Sendung von Markus Lanz behauptet, Kirk habe gefordert, man müsse Schwule steinigen. Darauf hat jetzt das ZDF reagiert und teilt mit, „Theveßen bedauere seine Aussage“. Es ist jedoch nicht die Rede davon, dass ein Top-Journalist bewusst gelogen hat.
Empathischer Sanders
Man muss Kirk nicht mögen, man muss seine Meinung nicht teilen. Aber wenn man wirklich Demokratie leben will, muss man andere Meinungen aushalten. Man kann dagegen angehen. Mit Worten, aber nicht mit Waffen. Ein Lichtblick ist für mich ist die Botschaft des US-Senators Bernie Sanders, der das ähnlich sieht. Und der die Tat auf das Schärfste verurteilt.
https://www.facebook.com/senatorsanders/videos/1832512877672348/

Möge er in Frieden ruhen - Foto: U. Weyermann
Deutsche Geschichte in Texas: Das Leben der Betty Holekamp
Die frühe texanische Pionierin Betty Holekamp wird am 4. März 1826 als Betty Wilhelmine Abbenthern im Königreich Hannover, Deutschland, geboren. Sie ist die Tochter von Henry Christian Abbenthern, der Ministerialbuchhalter von König Ernst August von Hannover wird, und Marie Adelheid (Roesing) Abbenthern. Betty besucht mit der Königstochter die Schule und erhält eine Ausbildung zur Gouvernante. Am 17. März 1844 heiratet sie den königlichen Architekten und Musiker Georg Friedrich „Fritz“ Holekamp. Ihr Mann hat Musik und Medizin studiert, arbeitet aber lieber in praktischen Berufen in der Landwirtschaft und in der Ziegelherstellung. Noch im selben Jahr schließt sich das Paar einer Einwanderungsgesellschaft an, die von Prinz Carl von Solms-Braunfels geleitet wird. Dieser dient als Generalkommissar des „Adelsvereins“ in Texas. Am 23. September 1844 segeln Betty Holekamp, ihr Mann und 128 andere Einwanderern von Bremerhaven nach Texas, wo sie am 21. November in Galveston ankommen. Anschließend reist die Gruppe über Land weiter an einen Ort, der einmal zu New Braunfels werden soll.
Flagge entworfen
Der lokalen Überlieferung zufolge verkörpert Betty Holekamp die unerschütterliche Entschlossenheit der frühen Pioniere. Einer populären Geschichte zufolge erreichen die deutschen Einwanderer unter Prinz Carl den Guadalupe River. Der ist aber aufgrund der Winterregen zu überflutet vor, um ihn sicher zu überqueren. Aber der Prinz reitet unbeirrt mit seinem Pferd in den Fluss, und Betty Holekamp tut es ihm gleich, sehr zum Erstaunen ihrer Gefährten. Sie soll auch die erste Flagge der Vereinigten Staaten entworfen haben, die die Eigenstaatlichkeit von Texas symbolisiert und in New Braunfels gehisst wird. Als die neue deutsche Gemeinde 1845 die Nachricht erreicht, dass Texas in die Union aufgenommen worden ist, sammelt Betty Holekamp Stoffreste und näht eine 1,80 x 90 cm große Nachbildung einer amerikanischen Flagge. Das Flaggenfeld zeigt die erforderlichen roten und weißen Streifen, doch im blauen Kanton war nur ein einzelner Stern abgebildet anstatt der 28 Sterne, die mit dem Beitritt von Texas zur Union erforderlich gewesen wären. Das Nähen und Hissen der Flagge ist zu dieser eine äußerst kühne politische Geste. Prinz Carl repräsentiert den europäischen Adel und hat sich ein neues Deutschland auf texanischem Boden vorgestellt. Die Flagge signalisiert, dass Texas und New Braunfels stattdessen Teil der Vereinigten Staaten sein sollen.
Sieben Kinder
Betty Holekamp und ihre Familie sind an der ersten Besiedlung von New Braunfels beteiligt. Am 20. Oktober 1845 ist Fritz Holekamp einer der zwanzig Gründer eines deutschen Clubs. Die Gründungsversammlung findet im Haus der Holekamps statt, wo Betty Erfrischungen serviert. Ihr Mann errichtet außerdem eine Mühle am Comal River. Die Holekamps beteiligen sich auch an der frühen Besiedlung anderer Städte im Texas Hill County. Sie gehören zu den ersten Einwohnern von Fredericksburg, Texas. Fritz Holekamp unterzeichnet 1847 die Petition zur Gründung des Gillespie County. Zu seinen späteren Umsiedlungen gehört auch Sisterdale. Die Holekamps lassen sich schließlich 1854 in Comfort, Texas nieder. Fritz wird Mitglied des Vermessungstrupps, der Comfort kartiert, und baut das erste Haus in der Stadt. Fritz und Betty Holekamp haben sieben Kinder: George, Julius, Daniel, Dora, Johanna, Ernest und Bettie. In der Volkszählung von 1860 wird die Familie in Comfort verzeichnet. Interessanterweise wird für Fritz Holekamp ein Immobilienvermögen im Wert von 200 US-Dollar und ein Privatvermögen im Wert von 100 US-Dollar angegeben, während für Betty Holekamp ein Immobilienvermögen im Wert von 700 US-Dollar und ein Privatvermögen im Wert von 200 US-Dollar angegeben wird. Während des Bürgerkriegs schließt sich Bettys Ehemann Fritz der Kompanie von Captain John Herman Kampmann an und ist in Brownsville stationiert. Er stirbt 1862. Betty Holekamp verbringt den Rest ihres Lebens in Comfort. Sie nimmt Untermieter auf und betreibt eine Wäscherei und Nähstube, um ihre sieben Kinder zu ernähren. Sie stirbt am 2. November 1902 und wird auf dem Comfort Cemetery im Kendall County begraben.
Unterstützung für ungewollt Schwangere

Nach dem Umbau - Bild/ai: J. Staud
In eigener Sache: Mein lieber Mann, John Staud, ist seit jeher Abtreibungsgegner. Er hat sich schon immer gedacht, dass nur gegen etwas sein nicht reicht. Vor einiger Zeit hat er die Lösung gefunden und einen Verein gegründet, „The Society for the Innocents“. Es geht nicht um (Ver)Urteilen, sondern um liebevolle Unterstützung. Dieser Verein setzt sich dafür ein, schwangeren Frauen in Krisensituationen beizustehen. Er bietet werdenden Müttern vorübergehende Unterkunft, Lebenskompetenz-Training sowie emotionale und geistliche Begleitung. Ziel ist es, Müttern und ihren ungeborenen Kindern Hoffnung, Schutz und eine Zukunftsperspektive zu schenken.
Derzeit ist der Kauf und der Umbau eines leerstehenden Altenheimes in Dublin zum „Saint Anne House“ geplant. Als Ort der Geborgenheit, der Frauen in schwierigen Lebenslagen Sicherheit und Unterstützung bietet.
Bei der Realisierung dieses Projektes kann jeder helfen. Was Sie tun können? Beten. Mitglied werden. Zeit spenden und Ihre Fähigkeiten einsetzen, zum Beispiel beim Umbau des Hauses. Über die „Society for the Innocents“ mit (einflussreichen) Leuten sprechen. Finanziell unterstützen.
John wird mit mir beim Oktoberfest in Copperas Cove am Stand von Ursi's German Kitchen/Sonn(en)tag sein. Sprechen Sie ihn gerne an.
www.s4ti.org

Unterstützung für werdende Mütter - Foto. U. Weyermann
Termine für Deutsche in Texas
18. bis 21. September
Oktoberfest
4970 Addison Circle
Addison
addisonoktoberfest.com
19. und 20. September
Annual Conference
German Texan Heritage Society
507 E 10th St.
Austin
20. September, 16 Uhr
Oktoberfest
Downtown
Copperas Cove
der Sonn(en)tag ist auch dabei
20. September, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(findet jeden Samstag statt)
27. September, 15.30 Uhr
DFW-Kaffeeklatsch
Infos bei Martina Bergmann-Rushing auf FB
303 S Elm Street
Keller
7. Oktober, 18 Uhr
Abendrunde
Restaurant Akropolis
Harker Heights
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