34. Ausgabe

Sonn(en)tag

  1. Ausgabe , 19. Oktober 2025

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich wollte ich mich ja in dieser Ausgabe den Drohnen in und über Deutschland widmen, aber die fliegen ja nicht weg. Die Pressefreiheit erschien wir wichtiger. Und für Neueinsteiger: Kursiv gedruckt bedeutet bei mir Kommentar. Gibt also meine Meinung wieder, die natürlich nicht die Ihre sein muss. Geigen Sie mir gerne die Ihre.

Herzlichst

Ursula Weyermann
[email protected] 

Jahrestag

19. Oktober 1977
Heute vor 48 Jahren ist im Kofferraum eines Autos bei Mühlhausen im Elsass die Leiche des ehemaligen Arbeitgeber-Präsidenten und damaligen BDI-Vorsitzenden Hanns Martin Schleyer gefunden worden. Dieser Leichenfund erzählt drei Geschichten, die der RAF , die der Familie Schleyer und die des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Natürlich bedingen die Geschichten einander. Aber mein Augenmerk richtet sich auf Helmut Schmidt, gesehen mit den Augen einer 15-Jährigen. Der so genannte „Deutsche Herbst“ und die Größe des damaligen Kanzlers haben sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt.

In wenigen Tagen um Jahre gealtert

Im „Deutschen Herbst“ erreicht die Terrorwelle ihren Höhepunkt mit der Entführung des Hanns-Martin Schleyer in Köln am 5. September. Die Terroristen fordern die Freilassung von elf inhaftierten Gesinnungsgenossen, darunter Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Nachdem er bei der Entführung des damaligen Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz auf Drängen von Helmut Kohl (CDU) und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Schütz (SPD) nachgegeben hat, bleibt Helmut Schmidt als Chef der Bundesregierung in diesem Fall hart. Daraufhin bekommen die Schleyer-Kidnapper Unterstützung von palästinensische Terroristen, die am 13. Oktober 1977 die Lufthansa-Maschine „Landshut“ nach Mogadischu entführen.

GSG 9

Schmidt weiß, er darf sich (und die Regierung) nicht erpressen lassen, und er weiß, dass er für das Leben der Landshut-Passagiere plus Besatzung und das Leben Schleyers verantwortlich ist. Diese Tage sind mir noch gut in Erinnerung. Die Anfänge der Raster-Fahndung. Und das Gesicht Schmidts, das in diesen Tagen um Jahre gealtert ist. Er ist sich seiner Verantwortung bewusst und kneift nicht. Er unternimmt alles, um die Lufthansa-Geiseln zu befreien und nach Schleyer zu suchen. Am 18. Oktober gelingt es einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes, der GSG 9, die Maschine zu stürmen und die Geiseln zu befreien. Der Kapitän Jürgen Schumann wird durch die Terroristen getötet. Drei der vier Entführer werden von GSG 9-Männern während der Befreiungs-Aktion erschossen. In dem Moment wird, wie sich kurz danach herausstellt, Schleyer von seinen Entführern getötet. Daraufhin verüben Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Zellen Selbstmord, später als die „Todesnacht von Stammheim“ beschrieben.

Hanns-Martin-Schleyer-Preis

Wohl aber ist mir sehr klar bewusst, dass ich - trotz aller redlichen Bemühungen - am Tode Hanns Martin Schleyers mitschuldig bin. Denn theoretisch hätten wir auf das Austauschangebot der RAF eingehen können“, sagte Helmut Schmidt. Das „Opfern“ Schleyers hat ihn immer sehr belastet. Zwischen Schmidt und dem ältesten Schleyer-Sohn gibt es irgendwann eine erste Annäherung. Schließlich erhält ein – nach eigenen Angaben „tief berührter – Helmut Schmidt 2013 den Hanns-Martin-Schleyer-Preis für „hervorragende Verdienste um die Festigung und Förderung der Grundlagen eines freiheitlichen Gemeinwesens.

Bundeskanzler Helmut Schmidt und Hanns Martin Schleyer 1974 - Foto: Wikiwand

Birgit Sund und die Freunde-Bücher

Die Sund- Familie - Foto: Privat

Birgits altes Freunde-Buch aus Deutschland - Foto: Privat

„Life is better with friends“, eine klare Aussage, die für Birgit Sund auch mittlerweile zur Geschäftsidee geworden ist. Sie lebt mit Ehemann Curtis und den Töchtern Leya und Lara in Jonestown. Curtis Sund stammt aus Nebraska. Kennengelernt haben sich die beiden in Charlotte, North Carolina. Birgit hat da ihren Master of Business gemacht und eine Studienfreundin hat die beiden einander vorgestellt. Da sind sie zunächst geblieben, bis Birgit – wegen Ablauf des Visums - wieder nach Deutschland musste. Curtis hat sie dann alle zwei Monate in Deutschland besucht. Ein europäisches Land steht erstmals zur Debatte für eine gemeinsame Zukunft. „Da gab es dann aber das Sprachproblem, weil Curtis nur englisch und ein bisschen deutsch spricht.“ So hat sich Birgit erst einmal nach St. Louis, Missouri, versetzen lassen. Zweieinhalb Jahre später haben die beiden geheiratet und sind nach Jonestown in der Nähe von Austin gezogen. Heute haben sie zwei Kinder. Die Mädels besuchen die Middleschool und die Highschool und sind beide begeisterte Volleyball-Spielerinnen, sowohl in der Schule als auch im Club. Jeden Sommer geht es noch für zwei Monate nach Deutschland. Beide Mädchen sprechen deutsch. Und der lange Aufenthalt in Deutschland beinhaltet auch einen zweiwöchigen Urlaub mit den Großeltern in Österreich, Italien oder einem anderen europäischen Land. „Das kann sich aber leider bald ändern“, sagt Birgit, „weil die Club-Volleyball-Turniere bis Ende Juni gespielt werden und die Qualifikation für das neue Club-Jahr und das Highschool-Team im Juli stattfinden.“

Freunde-Buch-Alter

Und was hat es jetzt mit „Life is better with friends“ auf sich? „Früher gab es diese Freunde-Bücher“, erzählt Birgit. „Nicht die Poesiealben, sondern diese Bücher, in die sich Freunde und Schulkameraden eintragen und Fragen über sich selbst beantworten. Die Bücher gibt es auch heute noch. Die Kinder meines Bruders haben schon mehrere ausgefüllt und als ich im Sommer in Deutschland in einem Bücherladen war, hab ich eine ganze Regalreihe mit Freunde-Büchern gesehen.“ Durch das Buch könnten Kinder mehr über ihre Freunde erfahren und hätten so eine wunderschöne Erinnerungen an ihre Kindheit. Die 50-Jährige sieht immer mal wieder gerne in ihr eigenes Freunde-Buch von früher. Und als ihre Mädchen in das Freunde-Buch-Alter kamen, bedauerte sie, in den USA kein entsprechendes Buch zu finden. Da hat sie kurzerhand eine englische Version des Freunde-Buches gestaltet, damit deutsche Familien in den USA diese liebevolle Tradition weiterführen können.

Heimat Deutschland

Birgit ist in der Nähe von Stuttgart aufgewachsen und hat in Koblenz studiert. Im irischen Galway hat sie für zwei Monate ein Auslandssemester absolviert. „Deutschland ist noch immer irgendwie meine Heimat“, sagt Birgit. Sie kann sich auch vorstellen, später – wenn die Kinder aus dem Haus sind – viel zu reisen, aber in Texas wohnen zu bleiben. Und bis dahin sieht sie sich immer mal wieder ihre alten Freunde-Bücher an und freut sich, wenn junge Mädchen auch in Amerika von dieser Idee begeistert sind.

Die moderne amerikanische Variante von der Tochter präsentiert - Foto: Privat

Pressefreiheit und Pressepflicht

Ich bin ein großer Befürworter der Presse- und Meinungsfreiheit und von daher ziemlich erschüttert über das, was gerade in Washington D.C. Abgeht. Das Pentagon hat den Medien ein 21-seitiges Regelwerk zur Unterzeichnung vorgelegt. Reportern kann die Akkreditierung entzogen werden, wenn sie ohne Genehmigung des Pentagons Informationen veröffentlichen, auch wenn die nicht geheim sind. Redaktionen wie Reuters, AP, und die „Washington Post“ haben sich geweigert, die neuen Regeln zu unterzeichnen. Ebenso der Sender Fox News, für den Pentagon-Chef und Kriegsminister Pete Hegseth früher gearbeitet hat. Daraufhin ziehen sich die meisten Journalisten aus dem Pentagon zurück und geben die Ausweise ab, die ihnen Zugang zum Pentagon verschaffen. Warum kämpfen die nicht? Warum gehen die nicht dagegen vor?

Verfassung

Der 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika besagt: „Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das eine Einrichtung einer Religion zum Gegenstand hat oder deren freie Ausübung beschränkt, oder eines, das Rede- und Pressefreiheit oder das Recht des Volkes, sich friedlich zu versammeln und an die Regierung eine Petition zur Abstellung von Missständen zu richten, einschränkt.“ Das ist doch eindeutig, oder? Also wehrt euch! Soviel zur Pressefreiheit, jetzt zur Pressepflicht. Die Aufgabe der Presse, und damit jedes einzelnen Journalisten, besteht darin, die Bürger zu informieren. Fakten aufzuzeigen. Und nicht, Fakten zu schaffen. So wie der Leiter des ZDF-Hauptstadt-Studios Elmar Theveßen. Der hat sich ja immerhin entschuldigt für seine Falschbehauptungen. Im Zusammenhang mit der Ermordung Charlie Kirks haben sich Abgründe gezeigt, die man eigentlich gar nicht sehen will. Das hat dann auch nichts mehr mit Pressefreiheit zu tun. Wobei Meinung im Journalismus sowieso nur in einem als solchen gezeichneten Kommentar vorkommen soll. Wer sich als Journalist in einem Land, in dem er zu Gast ist, herabwürdigend über einen Toten äußert, ist nicht nur ein schlechter Journalist, sondern lässt auch als Gast Anstand vermissen, und hat in diesem Land nichts verloren.

Deutsche Medien

Was mich ein belustigt, ist, wie die deutschen Medien auf das Thema „Amerika und die Pressefreiheit reagieren. Also die Medien, die quasi „Hofberichterstattung“ betreiben. Vergessen darf man in dem Zusammenhang auch nicht, dass kritische Journalisten wie Boris Reitschuster aus fadenscheinigen Gründen von der Bundespressekonferenz ausgeschlossen worden sind. Aber, egal, ob eine Regierung konservativ oder progressiv ist, Pressefreiheit muss gewährleistet sein. Anstand aber auch. Hüber wie drüben!

Journalisten verlassen das Pentagon - Foto/ai: J. Staud

Suffragette aus Texas: Wahlrecht und Panamerikanischer Tisch

Auf der Suche nach Geschichten für den Jahrestag, begegnen mir immer wieder interessante Storys, die den Jahrestag knapp verfehlen. So auch diese: Am 16. Oktober 1916 versammelt Florence Terry Griswold, Viehzüchterin und Rancherin aus Texas, eine Gruppe von Frauen zu einem Mittagessen im Menger Hotel in San Antonio. Gemeinsam gründen sie den Panamerikanischen Runden Tisch. Doch zunächst etwas mehr zu dieser bemerkenswerten Frau. Als Florence Theodora Terry Shaw wird sie am 29. Mai 1875 beim Eagle Pass in Texas geboren. Die Familie lebte nahe der texanisch-mexikanischen Grenze in The Pendencia, einer Rancher-Siedlung. Florence hat drei ältere Geschwister: Annie Louise, Alice und William Nathaniel. Das Aufwachsen in The Pendencia fördert ihre Wertschätzung sowohl für die mexikanische als auch für die amerikanische Kultur und die gegenseitige Abhängigkeit beider Gruppen in der Region. Sie entwickelt Mitgefühl, als sie die Armut und Unterernährung in den mexikanischen Gemeinden entlang der Grenze miterlebt. Ihre soziale Stellung als Tochter eines wohlhabenden Ranchers verschafft ihr die Mittel, denen zu helfen, die arm und hilfsbedürftig sind.

Viehkönigin des Südwestens von Texas

Im September 1894 heiratet sie Felix Shaw, einen prominenten Rancher in Dimmit County. Das Paar hat vier Kinder: Ruth, Adele, Hazel und Felix Matlow Jr. Die Shaws leben während der Schulzeit ihrer Kinder in der West Woodlawn Avenue in San Antonio, Texas. Im Jahr 1908 erleidet Felix Shaw einen Herzinfarkt und stirbt. Er hinterlässt Florence drei Ranchen. Innerhalb von zwei Jahren vergrößert sie ihren Besitz auf mehr als 100.000 Acker und 5.000 Rinder. Diese riesigen Ländereien bringen ihr den Titel „Viehkönigin des Südwestens von Texas” ein. Ihr Erfolg veranlasste Präsident James Callan von der Cattle Raisers Association of Texas, sie als Delegierte für den Trans-Mississippi-Kongress 1909 auszuwählen, und 1910 hilft sie dabei, den Kongress nach San Antonio zu holen, an dem sie als einzige weibliche Delegierte teilnimmt.

Volle Bürgerrechte für Frauen

Im September 1910 heiratet sie Spencer Patterson Brundage, der bei der Hust & Brundage Company im Immobilienbereich arbeitet. Das Paar lässt sich etwa drei Jahre später scheiden. Ihr zweiter Ehemann bringt Florence in Kontakt mit internationalen Regierungseliten sowie Politikern und anderen wohlhabenden Personen. Ihr finanzieller Erfolg und ihre gesellschaftliche Stellung ermöglichen es Florence, durch ihre Mitgliedschaft in sozialen Clubs wie dem Reading Club und dem Woman's Club das Leben einer Society-Lady zu führen. 1912 wird die Equal Franchise Society of San Antonio gegründet. Florence Griswold wird 1914 zur Schriftführerin gewählt und trifft sich mit US-Kongressabgeordneten, um den Stand der Verfassungsänderung zum Wahlrecht zu besprechen. Bald nutzt Griswold ihre Verbindungen zu anderen Gruppen, wie dem Woman's Club of San Antonio, um die Arbeit für das Wahlrecht bei verschiedenen Clubtreffen im ganzen Bundesstaat zu fördern. Mai 1915 nimmt sie an der Suffrage School in San Antonio teil, einer Initiative, die Suffragistinnen auf lokaler Ebene mit Informationen und logischen Argumenten ausstattet, um gegen die Rhetorik der Gegner des Frauenwahlrechts anzukämpfen. Bei einer Veranstaltung des Woman’s Club im November 1915 hält sie eine Rede mit dem Titel „Die weitere Humanisierung der Regierung durch die Ausweitung des Wahlrechts auf Frauen”, in der sie argumentiert, dass die Beteiligung von Frauen am demokratischen Prozess für einen echten Fortschritt in der Gesellschaft unerlässlich sei. Laut Florence würde die Gewährung voller Bürgerrechte für Frauen das ganze Land voranbringen. Im Juli 1916 leitete Griswold das Kongresskomitee von acht Frauen, die auf dem demokratischen Parteitag des Bundesstaates Argumente für das Frauenwahlrecht vorbrachten.

Suffrage-Hoover-Tee

Trotz des Widerstands des Gouverneurs von Texas, James E. Ferguson, und des US-Senators aus Texas, Joseph Weldon Bailey, zwei der prominentesten Demokraten des Bundesstaates, gelingt es ihrem Komitee, die einstimmige Unterstützung der demokratischen Partei des Bundesstaates zu erhalten. Ihr politisches Interesse erstreckt sich auch auf nationale Anliegen, als sie den Vorsitz des Wahlrechtskomitees der Lebensmittelverwaltung übernimmt. Herbert Hoover leitet die 1917 gegründete Lebensmittelverwaltung, die die Lebensmittelproduktion in den Vereinigten Staaten kontrolliert. Griswold organisiert einen Suffrage-Hoover-Tee mit Rednern und musikalischen Darbietungen, um Unterstützung für die Bemühungen zu gewinnen, indem sie Frauen dazu ermutigt, Hoover-Verpflichtungserklärungen zu unterzeichnen, die die Einsparung von Lebensmitteln förderten.

Gegenseitige Wissen und Verständnis

Florence ist davon überzeugt, dass Frauen ein Verständnis entwickeln können, das Männern mit ihren Engagements in Wirtschaft und Politik verwehrt blieb. Deshalb öffnet sie ihr Haus für Flüchtlinge der Mexikanischen Revolution und bittet Freunde, das Gleiche zu tun, „um gegenseitiges Wissen, Verständnis und Freundschaft zwischen den Völkern der westlichen Hemisphäre zu fördern und alle Bewegungen zu unterstützen, die Frauen und Kinder Amerikas betreffen“. Die Gründerinnen wählen eine Variante des Mottos der drei Musketiere: „Einer für alle und alle für einen“. Griswold selbst wird die erste Generaldirektorin und übernimmt den offiziellen Titel des Leiters der Panamerikanischen Union. 1992 treffen sich in Texas 24 Runde Tische mit insgesamt 1.400 Mitgliedern. Weitere Tische in den USA befinden sich in Kalifornien, Illinois, New Mexico, Oklahoma und Washington D.C. In 15 Ländern Lateinamerikas gibt es 124 Tische der Allianz der Panamerikanischen Runden Tische. In Texas sind die Tische nahezu autonom und jeder hat seine eigene Satzung. Die staatliche Organisation entsteht eher als Kommunikationszentrum. Landesversammlungen finden in ungeraden Jahren statt und Versammlungen der Allianz in geraden Jahren. Der Panamerikanische Tag, der am 14. April 1931 per Präsidentenproklamation eingeführt wird, wird überall dort begangen, wo es einen Panamerikanischen Runden Tisch gibt.

Überparteilich und überkonfessionell

Obwohl die Mitgliederzahl ursprünglich auf 21 begrenzt ist, wird diese Grenze bald überschritten. Die Mitgliedschaft erfolgt auf Einladung und repräsentiert nach Möglichkeit beide Kulturen. Kriterien für die Mitgliedschaft sind Reisen und Interesse an lateinamerikanischen Ländern, Sprachkenntnisse und das Interesse am Wohlergehen der Lateinamerikaner innerhalb unserer Grenzen. Eine unveränderbare Regel der Organisation ist, dass ihre Treffen überparteilich und überkonfessionell, nicht kommerziell und nicht föderal sind. 1991 wird der Florence-Terry-Griswold-Endowment-Fund gegründet, um dauerhafte Stipendien zu gewährleisten. Die Programme der Table-Treffen befassen sich mit Bildungs- und Kommunikationszielen oder einem Aspekt lateinamerikanischer Interessen. Gastredner von Hochschulen und Universitäten sowie lokale Mitglieder stehen zur Verfügung. Eine Austauschbibliothek auf Landesebene bietet Informationen zu verfügbaren Programmen und Referenten.

Suffragette und Gründerin des Panamerikanischen Tisches - Foto: Archiv

Potentielle Kandidaten der Demokraten für 2028 (5)

Der ehemalige Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper, ist ein weiterer potenzieller Kandidat der Demokraten für die Bundeswahl 2028. In Nashville, North Carolina, geboren und aufgewachsen, bekommt 1979 seinen Bachelor-Abschluss von der University of North Carolina in Chapel Hill und schließt dort 1982 sein Jurastudium ab. Danach tritt er in die Familienkanzlei ein. Bevor er 2017 Gouverneur wird, hat er verschiedene gewählte Ämter in der Landesregierung inne, beginnend 1986 im Repräsentantenhaus von NC. 1991 beruft der damalige Gouverneur Jim Martin (Rep) ihn in den Senat. 2000 kandidiert Cooper für das Amt des Generalstaatsanwaltes für NC und besiegt Dan Boyce (Rep) mit 51,2 Prozent der Stimmen. Er wird viermal wiedergewählt. 

Kampf für Medicaid

Roy Coopers zwei Amtszeiten als Gouverneur sind weitgehend von dem Verhältnis zwischen ihm und der republikanisch geführten Generalversammlung geprägt. Er gewinnt den Kampf um die Ausweitung von Medicaid, musst aber auch zahlreiche Niederlagen hinnehmen, beispielsweise bei strengeren Abtreibungsgesetzen, lockereren Waffengesetzen und massiven Unternehmenssteuersenkungen – zentralen Prioritäten der Republikaner, die weder Cooper noch die demokratischen Abgeordneten aufhalten können. Er selbst beschreibt seine Zeit als Gouverneur wie folgt: „Als ich gewählt wurde, befanden wir uns mitten im Kulturkampf um das Toilettengesetz, und die Menschen verließen North Carolina. Jetzt haben wir eine Rekordzahl an Arbeitsplätzen. Wir waren zwei Jahre in Folge landesweit die Nummer eins in der Wirtschaft. Ich warne die Menschen: Wir werden nicht weiterhin die Nummer eins in der Wirtschaft bleiben, wenn wir im Bildungsbereich die letzten sind.“
Sollte er tatsächlich „der Mann“ für Washington DC werden, so ist einem Schwerpunkt in Sachen Bildung und LGBTQ zu rechnen. Ein Gesetz in NC unter McCroy, dass Menschen die Benutzung von Toiletten verbietet, die nicht ihrem biologischen Geschlecht entsprechen, wollte er als Generalstaatsanwalt nicht verteidigen und bezeichnete es als „nationale Schande“, das auch North Carolinas Wirtschaft zurückwerfen werde.

Roy Cooper - Foto: NCDOTcommunications

Termine für Deutsche in Texas


25. Oktober, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(findet jeden Samstag statt)

25. Oktober, 15.30 Uhr
Kaffeeklatsch DFW
303 Elm Street
Keller
FB: Martina Bergmann-Rushing

25. Oktober, 19 Uhr
Stammtisch Waco
Restaurant Pivovar
320 8th St.
Waco

25. Oktober, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch
Restaurant Edelweiß
Harker Heights

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