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35. Ausgabe
Sonn(en)tag
Ausgabe , 26. Oktober 2025
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
mit den russischen Drohnen wird das schon wieder nichts. Diesmal sind mir die „Töchter“ dazwischengekommen. Wie ist Ihre Meinung zum Merz-Stadtbild-Töchter-Komplex? Lassen Sie mich das gerne wissen. Ich veröffentliche auch komplett andere Meinungen als Leserbrief. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber was ist dieser Tage noch selbstverständlich?
Diese Ausgabe kommt (wieder) ohne Porträt daher. Auch hier sind Sie gefragt! Was hat Sie nach Texas gebracht? Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf, damit ich über Sie und Ihre Geschichte schreiben kann.
Herzlichst
Ursula Weyermann
[email protected]
Jahrestag
26. Oktober 1863
In der Schweiz treffen sich am 26. Oktober 1863 insgesamt 16 Landesregierungen, um die Gründung einer neutralen Rettungsorganisation vorzubereiten. Die soll unabhängig von Hautfarbe, Religionszugehörigkeit und Nationalität agieren. Im Jahr darauf wird das entsprechende Abkommen schließlich von zwölf Staaten unterzeichnet. Inzwischen ist das Rote Kreuz die größte humanitäre Gesellschaft der Welt und zurzeit in mehr als 90 Ländern bei Krisen und Katastrophen im Einsatz. Die Gründung geht auf eine Idee des Schweizers Henry Dunant zurück. Auf seiner Reise nach Italien sah er sich plötzlich mit Toten und Verwundeten der Schlacht von Solferino konfrontiert. Seit diesem Ereignis setzt er sich für eine bessere Versorgung verwundeter Soldaten in Kriegszeiten ein. Dafür bekommt er 1901 den ersten Friedensnobelpreis der Welt verliehen.

Henri Dunant - Foto: Unbekannt
„Wir sind die Töchter“ - 761 Gruppenvergewaltigungen
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat zuletzt eine für seine Verhältnisse bemerkenswerte Aussage getätigt. Nämlich in Brandenburg hat er gesagt: „Wir haben natürlich im Stadtbild noch dieses Problem“, und hat dabei auf anstehende Rückführungen in größerem Stil hingewiesen. Auf Nachfrage eines Journalisten, was er denn damit wohl meine, hat er gesagt: „Fragen Sie Ihre Töchter.“
Seitdem schießen die „Wir sind die Töchter“-Demonstrationen wie Pilze aus dem Boden. Allen voran privilegierte Töchter wie Luisa Neubauer. Also Menschen, die nicht da wohnen, wo der Migrantenanteil besonders hoch ist. Vermutlich ist auch keine der demonstrierenden höheren Töchter darauf angewiesen, im Dunkeln am Bahnhof auf einen Zug zu warten. Diese Selbstbesoffenheit der Damen ist für mich nur schwer zu ertragen. Wie kann man oder frau leugnen, dass von der ungebremsten Migration eine Gefahr ausgeht. Kennen die woken Töchter eigentlich keine Frauen, die von Migranten zumindest begrapscht worden sind? Oder kann nicht sein, was nicht sein darf? Also wird das ausgeblendet, was nicht ins Narrativ der „Guten“ passt?
Ich habe mich auf die Suche nach Zahlen gemacht. Zahlen, die Vergleichsmöglichkeiten bieten. Dabei bin ich auf einen Beitrag im BR von 2024 gestoßen. In Bayern hat es 81 Gruppenvergewaltigungen in 2023 gegeben. Also statistisch gesehen findet alleine in diesem Bundesland jeden vierten Tag eine Gruppenvergewaltigung statt. Und wir sprechen hier nur von Gruppenvergewaltigungen. Bei den 96 Tatverdächtigen handelt es sich um 45 deutsche und 51 Ausländer. Darunter 12 Syrer, sieben Rumänen und vier Iraker. 53 Prozent der Gruppenvergewaltigungen werden von Ausländern begangen, wobei die aber nur 15 Prozent der Bevölkerung in Bayern ausmachen. So, jetzt dürfen Sie sich selbst ausrechnen, wie überproportional hoch der Anteil der Nicht-Deutschen tatsächlich ist.
Vor diesem Hintergrund finde ich die Demonstrationen von Neubauer und Co. unsäglich. 761 Töchter müssen für den Rest ihres Lebens mit den schlimmen Ereignissen klarkommen. Nochmal, wir sprechen hier „nur“ von Gruppenvergewaltigungen. Einzeltaten jedweder Art sind hier nicht berücksichtigt. Mit ihrer Realitätsverleugnung spucken Frauen wie Neubauer diesen verletzten und gedemütigten Frauen ins Gesicht!

Foto: U. Weyermann
Deutschland vor Halloween
Früher war alles anders. Manchmal besser, manchmal schlechter … oft einfach nur anders. Als ich klein war, das ist ja nun schon ein paar Jahrzehnte her, kannten wir kein Halloween. Das Spektakuläre an der Nacht zum 1. November war, zu wissen, am nächsten Tag durfte das neue Wintermäntelchen angezogen werden. Allerheiligen gab es nachmittags eine Prozession zum Friedhof. Und da wurden der neue Mantel oder die neuen Stiefelchen erstmalig einem breiten Publikum vorgestellt. Dabei spielten die Witterungsverhältnisse eine eher untergeordnete Rolle. Allerheiligen wurde die Wintertracht vorgestellt und Ostern das sommerliche Outfit. Der Mensch braucht Orientierung. Das Kind ganz besonders.
Mit Vettern und Cousinen
Nach der Gräbertour auf dem Friedhof mit vielen Familiengeschichten ging es dann zu Kakao und Kuchen bei Oma. Mit Vettern und Cousinen in ebenfalls neuer Wintermontur.
Ach, wie schrecklich, mag jetzt vielleicht mancher denken. Die armen Kinder hatten gar kein Halloween. Wir hatten aber so etwas ähnliches, das nannte sich „Rommeln“ und fand an Weiberfastnacht statt. Dann nämlich zogen wir Kinder in Kostümen von Haus zu Haus. Sangen „Jood Möhn, ahl Mohn, joht ens en de Kamme, on söhgt üch jett zesamme …“. Die meisten Leute öffneten, es gab Süßigkeiten und „Mutzen“. Wir bedankten uns, das war damals noch üblich, und zogen zum nächsten Haus. Ja, so war das, in uralten Zeiten … als es in unseren Breitengraden noch kein Halloween gab. Vieles war anders. Manchmal besser, manchmal schlechter … oft einfach nur anders.

Kakao und Kuchen bei Oma - Bild/ai: J. Staud
Anwälte retten Katze in Dallas
Ein in einem Parkhaus in Dallas gefangenes, miauendes Kätzchen im Unterboden eines Kia ist unlängst der Auslöser für eine Rettungsaktion in der Mittagspause gewesen. Und zwar durch drei Anwälte von Baker Botts. Mitarbeiter Malik Allen hat zuerst die Schreie gehört und sich dann mit Kollegen kurzgeschlossen. Ausgestattet mit Fleischbällchen, warmer Milch und ChatGPT hat sich das Trio auf den Weg gemacht, dem Kätzchen beizustehen. Nach 30 angespannten Minuten und einigem Miauen haben sie das Tierchen in der Unterbodenverkleidung steckend gefunden. Mit Hilfe des Hausmeisters haben sie das das Kätzchen befreien können. Mittlerweile hat es einer der Anwälte adoptiert.

Symbolbild - Foto: U. Weyermann
Demokraten bedroht - Ausschreitungen in San Antonio
In San Antonio ist ein 66-jähriger Mann wegen gewalttätigen Posts und Aufruf zum Mord an Demokraten festgenommen worden. Laut Behördenangaben hat er im Internet Morddrohungen gegen Demonstranten vor den No-Kings-Protesten in der Innenstadt am vergangenen Wochenende verbreitet. Robert Flores ist verhaftet worden, nachdem die Ermittler ihn als die Person haben ausmachen können, die via Social Media Teilnehmer der Proteste in der Innenstadt von San Antonio bedroht hat. Flores hat dort über seine Pläne berichtet, Demonstranten zu „überfahren“, und hat andere Menschen aufgefordert, „bereits bewaffnet“ bei der Kundgebung zu erscheinen. In einem der Posts hat es wohl geheißen: „Ich werde euch verdammt nochmal überfahren und dann zu Jim’s gehen, um Kaffee zu trinken und zu frühstücken. Manche von euch werden nicht wiederkommen.“ Ein weiterer Kommentar von Flores im Netz: „Seid morgen bereit. Einen Demokraten zu töten ist akzeptabel.“ Flores wird wegen terroristischer Bedrohung, Beeinträchtigung des öffentlichen Dienstes oder Herbeiführens öffentlicher Angst vor schwerer Körperverletzung oder Tod angeklagt, ein Verbrechen dritten Grades. Gegen eine Kaution von 100.000 Dollar ist er freigelassen worden.
Genug Turkey für Thanksgiving?
Die Angst vor einem Truthahnmangel zu Thanksgiving wächst, nachdem die Truthahnpopulation des Landes auf den niedrigsten Stand seit 40 Jahren geschrumpft ist. Und ein erneuter Anstieg der Vogelgrippefälle im Herbst verschärft den Schaden zusätzlich. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) berichtete, dass allein in diesem Monat fast 514.000 Truthähne betroffen waren, wobei die meisten Fälle in Minnesota auftraten.
Gefrorenes Geflügel vorhanden
Dieser Verlust an Vögeln und die eingeschränkte Produktion haben dazu geführt, dass die Großhandelspreise für Truthähne im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gestiegen sind. Die Preise werden voraussichtlich etwa 1,32 USD pro Pfund erreichen. Während große Produzenten wie Butterball versichern, dass reichlich gefrorenes Geflügel verfügbar ist, kann es für Verbraucher schwierig sein, bestimmte Größen oder frische Truthähne für die Feiertage zu finden.

Bekommen alle ihren Turkey? - Foto: U. Weyermann
Quasi-Mond als zeitweiliger Begleiter
Die Erde hat einen neuen Begleiter im All bekommen – einen kleinen Asteroiden namens 2025 PN7. Die NASA bestätigte diese Woche, dass der von der Universität von Hawaii entdeckte Gesteinsbrocken offiziell ein „Quasi-Mond“ ist – ein seltener Himmelsbegleiter, der sich fast synchron mit der Erde bewegt. Er ist also kein echter Mond, hält aber mit uns Schritt und umkreist die Sonne auf einer Bahn, die so ähnlich ist, dass er unseren Planeten auf unserer Umlaufbahn zu beschatten scheint. Im Gegensatz zu unserem natürlichen Mond ist er nicht durch die Schwerkraft an die Erde gebunden. Er wird im Jahr 2083, also in 58 Jahren, von selbst davonfliegen.
Wissenschaftler schätzen, dass er nur 18 bis 36 Meter breit ist. Winzig also für kosmische Verhältnisse, aber bedeutend genug, um einen eigenen Platz in der erweiterten Nachbarschaft der Erde zu verdienen.
Ausflugstipp: Gault Site

Auf Spuren vergangener Tage gestoßen - Bild/ai: J. Staud
Die Gault Site in Texas, grobe Richtung Georgetown und Killeen, ist eine bedeutende archäologische Stätte, die die Ankunft der ersten Menschen in Nordamerika neu datiert. Sie zeigt, dass Menschen bereits vor 20.000 Jahren dort lebten, was deutlich früher ist als die bisher angenommenen 13.500 Jahre, als die Clovis-Kultur existierte. Bis dato galten die Clovis-Völker mit ihrer bemerkenswert hochentwickelten Jagdtechnologie als die ersten Pioniere, hochmobile Jäger, die zu Fuß über die Bering-Landbrücke nach Nordamerika gelangten.
Älter als Clovis-Kultur
Die Entdeckungen dort, einschließlich Millionen von Artefakten und frühen Gravuren, beweisen die Existenz vieler verschiedener Gruppen von Jägern und Sammlern, die den Ort über Tausende von Jahren nutzten. Die Stätte liefert Beweise für eine menschliche Präsenz vor mindestens 20.000 Jahren, was die Theorie der „Clovis First“-Kultur in Frage stellt und darauf hindeutet, dass die Besiedlung Nordamerikas viel früher stattfand. Es wurden über 2,6 Millionen Artefakte gefunden, darunter eine große Anzahl von Clovis-Spitzen. Darüber hinaus wurden auch ältere Werkzeuge und eine bisher unbekannte frühe Projektilspitzen-Technologie entdeckt, die älter als die Clovis-Kultur ist. Der Fund eines möglichen Mammut-Tötungsplatzes, zusammen mit Werkzeugen der Tierzerlegung und Knochen mit Schnittmarken, bietet Einblicke in die Lebensweise der prähistorischen Bewohner. In Gault wurden die frühesten datierten Gravuren Nordamerikas entdeckt, die auf Kalksteinen aus der Clovis-Zeit verziert sind. Die Stätte war aufgrund der Verfügbarkeit von Wasser (Buttermilk Creek), Rohstoffen für Werkzeuge (Chert) und Nahrung (Pflanzen und Tiere) ein idealer Standort für Jäger und Sammler.
Geführte Touren und Ausstellungen
Die Stätte wird von der Gault School of Archaeological Research (GSAR) erforscht und geschützt. Regelmäßige geführte Touren werden angeboten, um die Öffentlichkeit über diese wichtige Entdeckung zu informieren.
Im Bell County Museum in Belton beleuchtet die Ausstellung „Gault Site: A Wealth of New Archaeological Evidence“ (Gault-Fundstätte: Eine Fülle neuer archäologischer Funde) die Geschichte und Kultur der Fundstätte anhand von Wandgemälden, Artefakten und einem Film. 254-933-5243; bellcountymuseum.org
Im Williamson Museum in Georgetown präsentiert die Ausstellung „Tech in Ancient Texas“ Technologien von der Feuersteinbearbeitung bis zur modernen Bildgebung. 512-943-1670; williamsonmuseum.org
Monatliche Führungen durch die Gault Site werden abwechselnd vom Bell County Museum und dem Williamson Museum angeboten. Die Führungen beginnen um 9 Uhr morgens und dauern etwa drei Stunden. Die Kosten betragen 10 Dollar pro Person; Kinder unter 10 Jahren sind kostenlos. Die Termine für 2023 erfahren Sie bei den Museen. Eine Voranmeldung ist erforderlich.
Im Bullock Texas State History Museum in Austin ist in der Ausstellung „Becoming Texas: Our Story Begins Here” eine Gault-Projektilspitze zu sehen. thestoryoftexas.com

Immer wieder Neues entdeckt - Bild/ai: J. Staud
Termine für Deutsche in Texas
1. November, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(findet jeden Samstag statt)
4. November, 17.30 Uhr
Abendrunde
Cafe Baklava
701 W Elms Rd
Killeen
8. November, 13 Uhr
Stammtisch
Restaurant Edelweiß
Harker Heights
13. November, 13 Uhr
Liederkranz
Brickofen
Kempner
19. November, 13 Uhr
Kaffeerunde
Herb and Earnie's
Copperas Cove
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