- Sonn(en)tag
- Posts
- 37. Ausgabe
37. Ausgabe
Sonn(en)tag
Ausgabe , 9. November 2025
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
dieser Tage setzt sich mir immer wieder „Give Peace a Chance“ von John Lennon in den Kopf. Bei der Intensität, mit der Deutschland einen Krieg heraufbeschwört, wird mir angst und bange. Dazu habe ich mich in einem Kommentar geäußert. Wie gehabt: kursiv Gedrucktes gibt meine Meinung wieder, die nicht die Ihre sein muss. Lassen Sie mich gerne wissen, wie Sie über die Dinge denken.
Herzlichst
Ursula Weyermann
[email protected]
Jahrestag
9. November 1989
Generell scheint der 9. November ein deutscher Schicksalstag zu sein. Im heutigen Jahrestag geht es aber mal nicht um die Reichspogromnacht/Kristallnacht, sondern um den Fall der Mauer in Berlin. Die ist am 9. November 1989 geöffnet worden, was das Ende der Teilung Deutschlands und Europas eingeleitet hat und einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte markiert. Die Öffnung der Grenze ist unerwartet durch eine missglückte Pressekonferenz der DDR-Regierung bekannt gegeben worden, woraufhin tausende Ostdeutsche nach West-Berlin geströmt sind. Ausgelöst hat den Mauerfall eine Pressekonferenz, bei der DDR-Funktionär Günter Schabowski die neuen Reisebestimmungen verlesen hat, die ohne Ankündigung sofort in Kraft treten sollten. Infolge dessen sind Tausende Ostdeutsche zu den Grenzübergängen geströmt, wo sie freudig von den West-Berlinern empfangen worden sind. Der Fall der Mauer markiert das Ende der kommunistischen Herrschaft in der DDR und den Beginn der Wiedervereinigung.
Mit Schulbus und Harley unterwegs

Die Kurpfälzerin und der Texaner - Foto: Privat
Brigitte Nelson ist Schulbusfahrerin in Hondo mit Leib und Seele. Eben hat sie 58 Schüler gefahren. „Vom Kindergarten bis zur Highschool“, erzählt sie. „Ich mach das jetzt seit acht Jahren, und noch immer mit Freude.“ Auch wenn sie dafür morgens schon um halb sechs aus dem Haus muss. Vorher werden noch die Katzen gefüttert und deren Klo gesäubert. Mark Anthony und Caesar sind nicht mehr ganz so jung an Jahren und lieben es mittlerweile etwas ruhiger. Ab und an wird deren Ruhe durch zwei kleine Wirbelwinde gestört, die Brigitte als Ersatz-Mama aufgezogen hat, nachdem die echte Katzen-Mama verschwunden und ein Nachbar die kleinen Fellbällchen gefunden hat. „Sobald die etwas größer sind, werden wir die abgeben“, sagt Brigitte. Das hat sie zumindest ihrem Mann Bradley versprochen. Den würde sie jederzeit wieder heiraten. Ob sie aber noch einmal auswandern würde, weiß sie nicht so genau. Gerade jetzt, wo die Sommerhitze endlich der Vergangenheit angehört, fühlt sie sich ziemlich wohl in Texas.
Alaska
Geboren und aufgewachsen ist sie in Hembsbach in Deutschland in der Kurpfalz. Bradleys erste Army Duty ist in Heidelberg. Sein nächster Einsatz ist in Missouri. Sie folgt ihm mit einem K1-Visum. Dann wird geheiratet. Das Leben als Army-Ehefrau bringt sie dann nach Alaska. Und darauf noch Phoenix/Arizona, wo ihr Mann von der Army retired. Motorräder haben es beiden angetan. In Deutschland ist Brigitte nur als Sozia unterwegs gewesen. Aber in den Staaten macht sie ihren Motorrrad-Führerschein und legt sich auch später eine eignen Maschine zu. Bradley arbeitet beim MMI Motorcycle Institute und bekommt ein Angebot aus Alaska. Als sie hört, dass der Job in Fairbanks angesiedelt ist, stimmt Brigitte zu. 2018 geht es dann nach Texas. „Bradley kommt aus Texas, seine Eltern leben in Granbury“, so Brigitte. „Und es war immer klar, dass wir irgendwann nach Texas gehen.“ Mit einem kleinen Umweg über Boerne und San Antonio landen die beiden schließlich in Hondo. Probleme mit der Sprache hat sie nie gehabt. Schließlich hat sie, noch bevor sie ihren Bradley, kennenlernte, in Heidelberg bei einem Ford-Händler gearbeitet. Da sind Autos an die amerikanischen Streitkräfte vermietet worden. Natürlich ist mit den Kunden englisch gesprochen worden.
Europa-Tour in 2023
Ungefähr alle fünf Jahre zieht es Brigitte in die alte Heimat. „Da wird dann aber meistens ein Europa-Tripp draus“, lacht sie. Eltern und Geschwister leben in Deutschland, eine Freundin in Spanien und eine andere in Österreich. Die letzte Europa-Tour hat 2023 stattgefunden. Was sie an Deutschland vermisst? Den Wald – vor allem im Herbst – und richtigen Quark. „Alles andere kann ich hier bestellen“, lacht sie, wieder. Sie lacht viel und gerne. Jetzt im Herbst sind sie wieder viel mit dem Motorrad unterwegs. Im Sommer ist ihr die Motorrad-Montur zu warm. Lustig findet sie, und da lacht sie wieder, dass ihr Mann als Amerikaner eine BMW fährt, und sie als Deutsche eine Harley. Da gibt es aber auch noch ein anderes Hobby. Das Quilten. Das hat die 58-Jährige vor 14 Jahren in Missouri gelernt und sich vor kurzem den Traum einer Langarm-Maschine erfüllt.

Hobby Harley - Foto: Privat

Welches Hobby von Brigitte versteckt sich auf diesem Bild? - Foto: Privat
Deutschland im Kriegstaumel
„Deutschland muss wieder kriegstüchtig werden“ ( Boris Pistorius), „Wir sind im Krieg mit Russland“ (Annalena Baerbock), „Wir müssen den Krieg nach Russland bringen“ (Roderich Kiesewetter) und „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben“ (Johannes Wadephul) kann man fast als leichtes Vorgeplänkel abtun. Schließlich sind das nur Politiker. Okay, von denen müsste man eigentlich ein bisschen Nachdenken und Besonnenheit erwarten können. Eigentlich! Aber den Vogel abgeschossen hat jetzt Generalleutnant Alexander Sollfrank, der erste Befehlshaber des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr. Als wäre noch nicht genug an Angst und Schrecken verbreitet worden, äußert der jetzt via Nachrichtenagentur Reuters – die ihre Storys durch die ganze Welt schickt – dass „Russland bereits morgen einen kleinen, schnellen, regional bedingten Angriff starten“ könnte. Wie kommt dieser Mensch dazu? Wie kann er es wagen, diese Idee weltweit über Reuters zu verbreiten?
Nichtangriffs-Versprechen
Putin hat bis dato nicht einmal ansatzweise der NATO, oder speziell Deutschland, gedroht. Obwohl er seit Jahren durch Aussagen, wie oben genannt, gereizt wird. Im Gegenteil, er hat sogar eine Nichtangriffs-Versprechen gegenüber Europa abgegeben. Aber da hat sich die Presse sofort drauf gestürzt und alles in Frage gestellt. Die Aussagen der Politiker oder des Generalleutnants hingegen werden nicht in Frage gestellt oder auch nur ansatzweise hinterfragt. Sollfrank warnt auch die Wirtschaft. Sollen die jetzt alle auf die Produktion von Kriegsartikeln umsteigen? Rheinmetall lässt schon täglich die Korken knallen, ob der Gewinnsteigerungen.
Bitte lassen Sie sich nicht von dieser Kriegsbegeisterung anstecken. Sprechen Sie mit Ihren Verwandten und Freunden in Deutschland. Krieg ist keine Lösung. Erst recht nicht, um eine marode Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.
Etliche Siege für Demokraten
Der demokratische Sozialist Zohran Mamdani, ist am Dienstagabend zum Bürgermeister von New York City gewählt worden. Die Demokraten haben auch die Gouverneursposten in Virginia und New Jersey gewinnen können. Mamdani hat sich mit Leichtigkeit gegen den ehemaligen Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, einen Parteikollegen der Demokraten, und den Republikaner Curtis Sliwa durchsetzen können. Mamdani, der 34-jährige, in Uganda geborene Abgeordnete aus Queens, hat bereits im Juni ein politisches Erdbeben ausgelöst, als er seinen Sieg bei den Vorwahlen der Demokraten für das Bürgermeisteramt von New York City verkündet und damit den ehemaligen Gouverneur, der allgemein als Favorit für die Nominierung seiner Partei gegolten hat, überraschend besiegt hat.
In Virginia setzt sich die Demokratin Abigail Spanberger gegen die republikanische Vize-Gouverneurin Winsome Earle-Sears durch. Spanberger, eine ehemalige Kongressabgeordnete, hat die Wahl in dem traditionell demokratisch wählenden Bundesstaat gewonnen und wird damit die erste Frau an der Spitze des Staates sein.
Bei der Wahl zum Generalstaatsanwalt von Virginia besiegt der Demokrat Jay Jones den republikanischen Amtsinhaber Jason Miyares. Und bei der Gouverneurswahl in New Jersey besiegt die Demokratin Mikie Sherrill den Republikaner Jack Ciattarelli. In Kalifornien haben die Wähler für Proposition 50 gestimmt, eine Volksabstimmung, die es den Demokraten erlaubt, die Kongresswahlbezirke des Bundesstaates neu zu ziehen, ohne die unabhängige Wahlkreiskommission hinzuzuziehen.
Für die stärksten Kontroversen sorgt der Sieg Mamdanis. Während ihn Linke als kompletten Gegenentwurf zu Trump bejubeln, zeigen sich jüdische Interessensverbände sehr besorgt.
Töchter und Söhne Texas’ (2)
Die wohl berühmt-berüchtigtsten Töchter und Söhne Texas' sind Bonnie und Clyde. Die beiden lernen sich im Januar 1930 in Texas kennen. Bonnie Elisabeth Parker ist 19 Jahre alt und mit einem inhaftierten Mörder verheiratet, Clyde Chestnut Barrow ist 21 und unverheiratet. Kurz darauf wird er wegen Einbruchs verhaftet und inhaftiert. Mit einer von Bonnie eingeschmuggelten Waffe gelingt ihm die Flucht, er wird jedoch wieder gefasst und im Februar 1932 auf Bewährung entlassen. Später reisen Bonnie und Clyde mit ständig wechselnder Begleitung nicht nur durch Texas. Zeitweilig gesellen sich andere Kriminelle zu ihnen, so auch Clydes Bruder „Buck“ Barrow mit seiner Frau Blanche. Während ihrer Reisen sollen sie 14 Menschen ermordet haben. Der Texas Ranger Frank Hamer macht sich mit einem Trupp auf nach Louisiana um das Gangster-Pärchen zu stoppen. Jemand von Hamers Leuten täuscht eine Auto-Panne vor und bringt den Ford V8 der beiden so zum stoppen. Hamer eröffnet das Feuer. Insgesamt geben die Beamten 130 Schüsse ab. Bonnie und Clyde sterben auf der Stelle. Wir schreiben den 23. Mai 1934.

Machten gemeinsam nicht nur Texas unsicher - Bild/ai: J. Staud
Streichung von Flügen wegen Shutdown
US-amerikanische Fluggesellschaften haben am Freitag mit der Streichung hunderter Flüge begonnen, nur wenige Stunden nachdem die US-Luftfahrtbehörde FAA die Kürzungen inmitten des über einen Monat andauernden Regierungsstillstands angeordnet hat. Diese sind angeordnet worden, weil Fluglotsen aufgrund des Regierungsstillstands, keine Gehälter mehr erhalten haben. Der Personalmangel bei der Flugsicherung beeinträchtigt den Flugbetrieb an mehreren großen US-Flughäfen und verärgert Reisende und Airline-Manager gleichermaßen. Am späten Freitag haben die Republikaner im Senat einen Vorschlag der Demokraten zur Wiedereröffnung der Regierung abgelehnt. Der Mangel an Fluglotsen hat am Freitag an mehreren großen US-Flughäfen zu Flugverspätungen geführt, darunter am Newark Liberty International Airport in New Jersey, am San Francisco International Airport und am Hartsfield-Jackson International Airport in Atlanta.
Bis dato drei Prozent
Die plötzlichen Flugstreichungen dieser Woche haben die Fluggesellschaften zu hektischen Flugplanänderungen gezwungen. Und außerdem haben sie dafür sorgen müssen, dass die Besatzungen trotz der kurzfristigen Änderungen vor Ort sind. Laut dem Luftfahrtdatenunternehmen Cirium sind bis Freitag, 14 Uhr, etwa 780 US-Flüge gestrichen worden, was etwa drei Prozent des gesamten Tagesflugplans ausmacht. Ein solches Ausmaß an Beeinträchtigungen ist bei Routineereignissen wie schweren Gewittern üblich, das Verkehrsministerium warnt jedoch vor einem möglichen Anstieg der Flugausfälle in den kommenden Tagen.
Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne (2)

Die Laterne begeistert Kinder seit Generationen - Bild/ai: J. Staud
St. Martin erfreut sich auch in Texas großer Beliebtheit. Wer bis jetzt noch nicht dabei war, hat noch mindestens zwei Möglichkeiten für „St. Martin ritt durch Schnee und Wind …“ und „Rabimmel, Rabammel, Rabum“. Am 10. November ist im Lions Club Park, 1700 E. Stan Schlueter Loop, um 19 Uhr ein Treffen für einen Umzug in Killeen. Und am Freitag, 14. November, gibt es ab 18 Uhr Laterne-Laufen am Bell County Courthouse in Belton.
Sankt Martin
Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut. Sein Mantel deckt ihn warm und gut.
Im Schnee saß, im Schnee saß, im Schnee, da saß ein armer Mann, hatt' Kleider nicht, hatt' Lumpen an. Oh, helft mir doch in meiner Not, sonst ist der bittre Frost mein Tod!
Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin zog die Zügel an. Sein Ross stand still beim armen Mann. Sankt Martin mit dem Schwerte teilt den warmen Mantel unverweilt.
Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin gab den halben still, der Bettler rasch ihm danken will. Sankt Martin aber ritt in Eil hinweg mit seinem Mantelteil.
Termine für Deutsche in Texas
13. November, 13 Uhr
Liederkranz
Brickofen
Kempner
15. November, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(findet jeden Samstag statt)
15. November, 16 Uhr
DFW-Kaffeeklatsch-Gruppe
Ketzler’s Schnitzel Haus
Granbury
19. November, 13 Uhr
Kaffeerunde
Herb and Earnie's
Copperas Cove
22. November, 15,30 Uhr
DFW
Kaffeeklatsch
303 Elm Street
Keller
Kontakt: Martina Bergmann-Rushing FB
(oben klicken oder unten scannen) |
