39. Ausgabe

Sonn(en)tag

  1. Ausgabe , 23. November 2025

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

Ihnen allen wünsche ich einen schönen und friedlichen Sonntag und ein ebensolches Thanksgiving im Kreise Ihrer Lieben. Lassen Sie mich gerne wissen, wenn Ihnen ein Thema „unter den Nägeln“ brennt.

Herzlichst

Ursula Weyermann
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Jahrestag

23. November 1963
The day after! Der Tag nach dem Tag, als die Welt für einen Moment stillgestanden ist. Oder der Tag dazwischen, zwischen der Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy und der Ermordung seines mutmaßlichen Mörders Lee Harvey Oswald. Auf jeden Fall der Tag, an dem jede Zeitung in der westlichen Welt mit der Ermordung Kennedys aufgemacht hat. Am 23. November 1963 ist der mutmaßliche Mörder von Präsident Kennedy, Lee Harvey Oswald, angeklagt worden, nachdem John F. Kennedy am Vortag erschossen worden ist. Der neue Präsident, Lyndon B. Johnson, hat sein Amt angetreten und sich mit Kabinettsmitgliedern getroffen. Weltweit hat ist um Kennedy getrauert worden. Und Oswald hat nur noch einen Tag zu leben. Er stirbt am 24. November 1963 an einer Schusswunde, die ihm von Nachtclubbesitzer Jack Ruby zugefügt worden ist. Ruby erschießt Oswald im Keller des Polizeigebäudes von Dallas, als dieser gerade in ein Gefängnis überführt werden soll. Die Tat wird live im Fernsehen übertragen und Oswald erliegt später im Parkland Hospital seinen Verletzungen.

Auftragsmorde?

Um beide Todesfälle ranken Mythen, auch wenn sie als aufgeklärt gelten, so sind doch noch einige Fragen offen geblieben. Es gibt immer noch Fragen, Dinge, die auch ich nicht erklären kann: Widersprüche zwischen der Beschreibung von Kennedys Schusswunden durch die Ärzte hier in Dallas direkt nach der Tat und durch die Ärzte in Bethesda, Maryland, die am Abend die Autopsie durchführten“, sagt der Historiker Stephen Fagin vom Kennedy-Museum. „Es gibt offene Fragen über Lee Harvey Oswalds Hintergrund, was er zum Beispiel wenige Wochen vor dem Attentat in Mexiko-Stadt gemacht hat, wo er einen KGB-Agenten traf, der zur Abteilung für Auftragsmorde gehörte.“
Die Motivation Rubys ist ebenso nicht restlos geklärt und die Frage nach einem Komplizen und/oder Auftragsgeber steht nach wie vor im Raum. Kennedy wollte den Vietnamkrieg beenden, zumindest gibt es Hinweise darauf, dass er die US-Truppen abziehen wollte. Damit waren längst nicht alle einverstanden. Welches Motiv auch immer hinter der Ermordung Kennedys steckt, es ist vermutlich eng mit der Ermordung Oswalds verbunden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Film JFK von 1991, der zum großen Teil tatsachenbasiert ist. Er ist bei fast allen Streaming-Diensten zu finden. Mit Werbung auch kostenlos.

Am 23. November titelten Zeitungen mit der Ermordung Kennedys - Foto: Zeitungsarchiv

Kerstin, Kevin und die kleine Farm

Ein Zuhause in Rising Star geschaffen - Foto: Privat

Seit 1995 lebt Kerstin Kirkland-Jordan in den Vereinigten Staaten. Zum letzten Mal in Deutschland gewesen ist sie 2009. „Das war, als Mama gestorben ist“, erzählt sie . „Mama war immer der Kleber in der Familie. Der Zusammenhalt.“ Die Frage, ob es ihr in den Staaten oder Deutschland besser gefällt, hat sich damit erübrigt.
Es war ihr erster Mann, der sie in die USA gebracht hat. Den hat sie 1993 in ihrer Heimatstadt Kaiserslautern kennengelernt. Und die beiden haben sich zunächst in Oklahoma niedergelassen. Da, wo ihn die Army hin bestellt hat. Danach sind die beiden mit ihren Kindern nach Darlington (PA) gezogen, eine Kleinstadt in der Nähe von Pittsburgh, wo seine Eltern gewohnt haben. Aus den Kindern sind längst Erwachsenen mit eigenen Partnern und Familien geworden. Die 36-jährige Sarah-Jane lebt zusammen mit ihrem Lebensgefährten in Philadelphia. Delmar (33) lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Pittsburgh (PA) und „Nesthäkchen“ DeVaughn (25) ist mit der Army in Süd-Korea stationiert.

Landleben

Was - oder besser gesagt wer – sie schließlich nach Texas gebracht hat ist Kevin Jordan, ihr zweiter Ehemann. Den hat sie zwar in Pittsburgh in der Kirche kennengelernt, aber der hat von Anfang an klar gemacht, dass er wieder nach Texas will, sobald seine beiden Töchter mit der Schule fertig sind. Und da Kerstins Kinder zu diesem Zeitpunkt sowieso in der große weiten Welt unterwegs gewesen sind, hat sie Texas eine Chance gegeben und es nicht bereut. Auch wenn ihr die sommerliche Hitze in Texas nicht so zusagt, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Texaner macht das mehr als wett. Vier Jahre haben Kerstin und Kevin in Denton gewohnt. „Aber eigentlich wollten wir aufs Land“, blickt die 59-Jährige zurück. Und so haben die beiden 10 Acker Land bei Rising Star gekauft, zwei Jahre im Wohnmobil gewohnt und eine kleine Farm ganz nach ihren Vorstellungen gebaut. Da leben sie nun seit Ostern mit Ziegen, Hunden, Katzen und Fischen.

Tauschen mit der Nachbarin

Für Kevin gibt es dort immer was zu tun, vom Zaun bauen bis zum Hufschneiden. Kerstin backt und kocht gerne und möchte ihre Backwaren zukünftig auch gerne auf Farmers Märkten verkaufen. Dazu zählen verschiedene Kuchen, Nusskränze und Hefezöpfe. Noch tauscht sie Backwaren mit der Nachbarin gegen Eier, oder sie tauscht das Gemüse, das sie in einem von Kevin konstruierten Greenhouse anbaut. Kerstin ist auch ansonsten kreativ, und kauft günstig Flanellhemden, entfärbt diese mit Bleiche, um sie dann zu bedrucken.
Bald will Kerstin Kirkland-Jordan die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragen und übt schon fleißig. Mit dem Gedanken hatte sie schon einmal vor etlichen Jahren gespielt, als die Mutter noch lebte. „Aber damals hätte die ich deutsche Staatsbürgerschaft abgeben müssen, und das hätte meiner Mutter nicht gefallen.“

Auch mal mit dem Traktor unterwegs … - Foto: Privat

Wenn Mama heiratet sind die Kids natürlich dabei - Foto: Privat

28-Punkte-Rahmenplan für Frieden zwischen Russland und Ukraine

Die Vereinigten Staaten haben einen umfassenden 28-Punkte-Rahmenplan entwickelt, der darauf abzielt, den fast vier Jahre andauernden Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden. Dieser Plan sieht territoriale Einfrierungen, Truppenobergrenzen, die wirtschaftliche Wiedereingliederung Moskaus und einen zukünftigen „Friedensrat“ unter dem Vorsitz von Präsident Donald Trump vor, wie hochrangige US-beamte gegenüber der „Washington Post“ (WP) bestätigten. Der Plan basiert, so die WP, auf wochenlangen Konsultationen des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit Russen und Ukrainern. Dieser Plan ist die bisher detaillierteste Vision zur Beendigung des Konflikts, wird aber von einigen ukrainischen Beamten als mögliche „Kapitulation“ gesehen. Hochrangige US-Beamte haben verschiedenen US-Zeitungen mitgeteilt, dass sie vom Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine „positives Feedback“ zu dem Großteil des Plans erhalten hätten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird den Plan voraussichtlich in den kommenden Tagen mit Präsident Trump besprechen. Bei diesem Treffen wird entschieden, wie die Ukraine mit den heiklen Vorschlägen weiter verfahren wird. Bis Thanksgiving soll sich die Ukraine entscheiden.

Gibt es bald Frieden in der Ukraine? - Bild/ai: J. Staud

Friedensangst

Nach der „Kriegstauglichkeit“ scheint sich jetzt ein neuer Begriff in Deutschland durchzusetzen: „Friedensangst“. Wenn man glaubt, dass Rheinmetall da die blutigen Fingerchen mit im Spiel hat, liegt man vermutlich nicht ganz verkehrt. An dieser Stelle möchte ich auch nicht unerwähnt lassen, dass Marie-Agnes Strack-Zimmermann, „Mutter Courage der FDP“ und Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung in der EU, ihren Wahlkreis in Deutschland genau dort gehabt hat, wo Rheinmetall angesiedelt ist. Mit diesem Background-Wissen lässt sich leicht verstehen, warum sie sich so vehement gegen Friedenspläne im Russland-Ukraine-Krieg stellt. Und jetzt noch einmal ein Blick auf die Rheinmetaller: Deren Aktie befindet sich seit Bekanntwerden des 28-Punkte-Plans im Sinkflug. Alleine in den letzten fünf Tagen ist der Wert um 11 Prozent gesunken.
Ein Friedensplan, der mit Sicherheit noch nicht ausgereift ist, rettet Menschenleben. Tausend und Abertausende Leben könnten durch eine Zustimmung gerettet werden.

Pferdevirus in Texas

Mehrere Tierkliniken in ganz Texas haben Fälle von Equinem Herpesvirus Typ 1 (EHV 1) gemeldet, die mit dem Finale der Weltmeisterschaft im Barrel-Racing in der Gegend von Waco vom 5. bis 9. November in Verbindung stehen. Laut dem Outlaw Equine Hospital and Rehab Center in Decatur ist der Ausbruch „sehr aggressiv und hat bereits Todesfälle verursacht“. Sid Miller, Texas Agriculture Commissioner, hat jetzt dazu aufgerufen, auf die Symptome der Krankheit zu achten. Zu diesen Symptomen zählen Nasenausfluss, Husten, Fieber, Lethargie und neurologische Ausfälle. Infizierte Pferde sollen unter Quarantäne gestellt werden, und Personen, die möglicherweise dem Virus ausgesetzt gewesen sind, sollen bis auf Weiteres keine Veranstaltungen besuchen.

Veranstaltungen abgesagt

Der Ausbruch hat zur Absage des Uvalde Rodeo Qualifiers in der vergangenen Woche und aller Veranstaltungen im Texas Rose Horse Park in Tyler bis zum nächsten Monat geführt. „Es geht hier nicht nur um den Schutz unserer Anlage, sondern um die Sicherheit der gesamten texanischen Pferdesportgemeinschaft“, erklärt ein Sprecher des Parkes in Tyler. Dieses Virus kann sich schnell ausbreiten, es kann tödlich sein, und die ersten Anzeichen sind oft so subtil, dass man sie leicht übersieht“, so Miller. „Wenn wir zusammenarbeiten und dies ernst nehmen, können wir diesen Ausbruch eindämmen und unsere Pferde sowie die 12,3 Milliarden Dollar schwere Pferdeindustrie unseres Bundesstaates schützen.“

Medicare wird teurer

Das Center für „Medicare and Medicaid Services“ (CMS) hat angekündigt, dass die Standartprämie für Medicare Teil B im Jahr 2026 steigen wird, und zwar um fast 10 Prozent (oder 17,90 US-Dollar) auf 202,90 US-Dollar pro Monat. Diese Erhöhung der Kosten ist hauptsächlich auf prognostizierte Preisänderungen und eine gestiegene Inanspruchnahme des Systems zurückzuführen. Senioren und Menschen mit Behinderung müssen zudem eine höhere jährliche Selbstbeteiligung von 283 US-Dollar für Teil B zahlen, der Leistungen wie Arztbesuche und ambulante Behandlungen abdeckt.

Weitere Informationen dazu sind über den Link abrufbar.
https://www.cms.gov/newsroom/fact-sheets/2026-medicare-parts-b-premiums-deductibles

Töchter und Söhne Texas’ (4)

Am 14. Oktober 1890 wird David Dwight Eisenhower wird in Denison/TX als Sohn einer Farmerfamilie deutschen Ursprungs geboren. Die Familie ist streng religiös und die Mutter gehört den Zeugen Jehovas an. Er absolviert 1915 die Militärakademie West Point und heiratet später Mamie Doud, mit der er zwei Söhne hat. Sein Mittelname ist bereits zu seinem Vornamen geworden, als er als Fünf-Sterne-General im Zweiten Weltkrieg tätig wird. Dwight D. führt die alliierten Streitkräfte in Europa als Oberbefehlshaber an und ist maßgeblich an der D-Day-Landung in der Normandie beteiligt. Als 34. Präsident der Vereinigten Staaten (1953 – 1961) beendet er den Koreakrieg und beginnt mit dem Aufbau des Interstate Highway Systems und der NASA.

Dwight D. Eisenhower - Foto: Gov. Archiv

Termine für Deutsche in Texas

29. November, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(findet jeden Samstag statt)

2. Dezember, 17 Uhr
Abendrunde
Café Baklava
Killeen

30. November, 15 Uhr
Adventskaffee (bitte Weihnachtsgebäck mitbringen)
und Weihnachtslieder singen
Holy Family Catholic Church
Copperas Cove

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