- Sonn(en)tag
- Posts
- 41. Ausgabe
41. Ausgabe
Sonn(en)tag
Ausgabe , 7. Dezember 2025
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
Ihnen allen einen schönen und besinnlichen 2. Adventssonntag. Aus Ermangelung an Zeit kommt diese Ausgabe ohne Kommentar daher. Dabei gibt es so vieles zu kommentieren. Aber das können Sie gerne übernehmen, in Form eines Leserbriefes, der dann in der nächsten Ausgabe abgedruckt wird.
Nutzen Sie gerne die Vorweihnachtszeit zur Unterstützung des Sonn(en)tags in Form einer Spende, oder durch eine Anzeige. Je weniger ich mit anderen Dingen Geld verdienen muss, desto mehr Zeit habe ich für Hintergrundartikel und Kommentare.
Herzlichst
Ursula Weyermann
[email protected]
Jahrestag
7. Dezember 1941 -
Der 7. Dezember ist auch im Jahr 1941 ist ein Sonntag gewesen. Der Tag, an dem japanische Streitkräfte den US-Marinestützpunkt in Pearl Harbor auf Hawaii angegriffen haben. Was dann wiederum den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hat. Dieser Überraschungsangriff hat zum Verlust von über 2.400 amerikanischen Leben und einer Zerstörung eines Großteils der US-Pazifikflotte, einschließlich zweier Schlachtschiffe geführt. Die „Arizona“ ist explodiert, nachdem eine Bombe die Munitionskammer getroffen hat. Japan ist zu dieser Zeit lose mit Deutschland und Italien verbündet, gewesen, was den Krieg zu einem globalen Konflikt erweitert hat. Das ist die Kurzfassung. Wer sich für die Hintergründe interessiert ist herzlich eingeladen, weiterzulesen.
Marionettenregierung
Zum Teil kommt der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Japan von ihrem konkurrierenden Interesse an chinesischen Märkten und asiatischen Bodenschätzen. Während die Vereinigten Staaten und Japan viele Jahre lang friedlich um Einfluss in Ostasien gerungen haben, ändert sich die Situation 1931. Japan träumt vom Aufbau eines japanischen Imperiums in Ostasien und marschiert in die Mandschurei, eine fruchtbare und ressourcenreiche Provinz in Nordchina ein, installiert dort eine Marionettenregierung und benennt das Gebiet in Mandschukuo um. Die Vereinigten Staaten weigern sich sich jedoch, das neue Regime oder irgendein anderes Regime anzuerkennen, das China aufgezwungen wird. Einerseits bezieht die USA Stellung zur Unterstützung der chinesischen Souveränität. Andererseits gelingt es ihr nicht, diese Position durch konkrete Konsequenzen für Japan oder wirksame Unterstützung für China zu untermauern. Tatsächlich liefern US-Unternehmen Japan noch lange nach der Eskalation des Konflikts zu einem Krieg im Jahr 1937 den benötigten Stahl und das Erdöl für den Kampf gegen China. Eine einflussreiche isolationistische Bewegung in den USA hält dem entgegen, dass sich die Nation in die internationalen Konflikte der Welt nicht einmischen sollte. Isolationismus kann positiv mit Heraushalten gleichgesetzt werden, bedeutet aber andererseits auch „den Kopf in den Sand stecken“ und wegsehen. Selbst die Ermordung von 100.000 bis 200.000 wehrlosen chinesischen Militärangehörigen und Zivilisten durch das japanische Militär sowie die Vergewaltigung Zehntausender chinesischer Frauen während des Massakers von Nanking 1937 haben zu keinem Kurswechsel der US-Politik geführt.
Armada mit 414 Flugzeugen
Die starke isolationistische Bewegung beeinflusst auch die anfängliche US-amerikanische Haltung zum Krieg in Europa, wo Nazideutschland Ende 1940 den Großteil Frankreichs, Mitteleuropas, Skandinaviens und Nordafrikas kontrolliert und Großbritannien bedroht. Da die USA dem Krieg in Europa Vorrang vor Japans Invasion in China einräumen, erlaubten sie ab 1939 den Verkauf von Militärgütern an Großbritannien. Neutralitätsgesetze und isolationistische Bestrebungen schränken den Umfang dieser Hilfe bis 1941 ein. Am 26. November 1941, als US-Beamte den Japanern eine 10-Punkte-Erklärung vorlegen, in der sie ihre langjährige Position bekräftigten, befiehlt die japanische Kaiserliche Marine einer Armada mit 414 Flugzeugen an Bord von sechs Flugzeugträgern, in See zu stechen. Nach einem Plan von Admiral Yamamoto Isoroku, der zuvor in Harvard studiert und als japanischer Marineattaché in Washington, D.C., gedient hat, zielt die Flottille darauf ab, den Stützpunkt der US-Pazifikflotte in Pearl Harbor zu zerstören.
Tora! Tora! Tora!
Um die Amerikaner zu überraschen, halten die Schiffe während ihrer 5.600 Kilometer langen Fahrt von der Hitokappu-Bucht zu einem vorher festgelegten Startgebiet 370 Kilometer nördlich der hawaiianischen Insel Oahu strikte Funkstille ein. Am Sonntag, dem 7. Dezember, um 6 Uhr morgens, startet eine erste Welle japanischer Flugzeuge von den Flugzeugträgern, eine Stunde später folgte eine zweite. Unter dem Kommando von Kapitän Mitsuo Fuchida sichten die Piloten gegen 7.30 Uhr Land und beziehen ihre Angriffspositionen. Dreiundzwanzig Minuten später, als sein Bomber über den ahnungslosen amerikanischen Schiffen kreist, die paarweise in Pearl Harbor vor Anker liegen, bricht Fuchida die Funkstille und ruft „Tora! Tora! Tora!“ Das heißt Tiger, Tiger, Tiger und ist die verschlüsselte Nachricht, die der japanischen Flotte signalisiert, dass sie die Amerikaner überrascht hat.
Fast zwei Stunden lang prasselt japanisches Feuer auf amerikanische Schiffe und Soldaten nieder. Obwohl der Angriff erhebliche Zerstörungen anrichtet. Amerikanische Reparaturwerkstätten und Treibstofftanks werden nicht zerstört. Noch wichtiger ist, dass sich an diesem Tag keine amerikanischen Flugzeugträger in Pearl Harbor befinden. Unmittelbar nach ihrem Angriff auf Pearl Harbor greifen die Japaner jedoch US-amerikanische und britische Stützpunkte auf den Philippinen, Guam, Midway, Wake, in Malaya und Hongkong an. Innerhalb weniger Tage beherrschen die Japaner den Pazifik.
Roosevelts Kriegerklärung
In Washington hat eine entschlüsselte Nachricht die Behörden kurz vor dem Start von Fuchidas Flugzeugen vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff gewarnt. Doch eine Kommunikationsverzögerung verhindert, dass die Warnung Pearl Harbor rechtzeitig erreicht. Die Amerikaner verpassen eine weitere Gelegenheit, als ein Offizier die Meldung eines Radaroperators auf Oahu ignoriert, wonach sich eine große Anzahl von Flugzeugen auf sie zubewegt. Im Weißen Haus erfährt Roosevelt kurz nach dem Mittagessen von dem Angriff. Er verbringt den Rest des Nachmittags damit, sich über die Lage zu informieren und die Rede zu schreiben, die er am folgenden Tag vor dem Kongress halten will, um eine Kriegserklärung gegen Japan zu fordern. Darin spricht er von „A date that will live in infamy”.

Angriff auf Pearl Harbor - Bild/ai: J. Staud
Anzeige

Find me on Facekook “Ursi’s German Kitchen” or message or call (254)413-1181
Der Goldrausch und die Forty-Niners
Diese Geschichte hat knapp den Jahrestag verpasst, ist aber trotzdem erzählenswert. Der 5. Dezember 1848 ist ein Schlüsseldatum für den kalifornischen Goldrausch, weil an diesem Tag US-Präsident James K. Polk offiziell die Goldfunde in Kalifornien vor dem Kongress bestätigt, was die große Einwanderungswelle von 1849 (die „Forty-Niners“) auslöst und Kalifornien massiv verändert. Von einem abgelegenen Gebiet wird es zu einem Einwanderungsmagneten, der die Stadtentwicklung und den Weg zur Aufnahme als US-Bundesstaat beschleunigt.
Indigene Bevölkerung
Die Gerüchte vom vielen Gold machen schon seit einiger Zeit die Runde. Und tatsächlich hat James W. Marshall bereits im Januar 1848 bei Sutter's Mill sein Glück gemacht. Nach der offiziellen Bestätigung Durch den Präsidenten gibt es kein Halten mehr. Ein Zustrom von Glückssuchern setzt ein. Die Bevölkerung Kaliforniens, insbesondere in San Francisco, steigt in einem Maße, welches zu zu schnellem und oft chaotischem Wachstum führt. Der Goldrausch ist natürlich eine Katastrophe für die indigene Bevölkerung, die vertrieben wird und deren Land ausgebeutet wird. Während des Goldrausches von 1848 bis 1854 suchten Tausende ihr Glück und machen sich per Schiff aus aller Herren Länder auf den Weg. Die Folgen: Viele Unternehmen und Schiffe bleiben mangels Arbeitskräften verlassen zurück. Nur wenige Goldgräber werden wirklich reich, am meisten verdienen Händler und Kaufleute. Die Indianerpopulation schrumpft drastisch durch Krankheiten und Gewalt.
Kalifornien wird 1850 der 31. Staat der USA. Ab 1854 wird der Goldabbau industriell betrieben. Aus dem kalifornischen Goldrausch leitet sich auch der offizielle Beiname Kaliforniens „Golden State“ ab.

Werbeplakat aus dem Jahr 1848
Töchter und Söhne Texas’ (6)
Mary Farrah Leni Fawcett, auch Farrah Fawcett-Majors, wird am 2. Februar 1947 in Corpus Christi TX geboren. Ihren Durchbruch als Schauspielerin schafft sie als Jill Munroe in der Serie „Drei Engel für Charlie“. Mit ihren blonden Haaren und dem ihrem Lachen avanciert sie zum Sex-Symbol der späten 70er und frühen 80er. Sie etabliert sich aber auch als vielseitige Schauspielerin und wird mit „The burning Bed“ für den Emmy nominiert. Nach ihrer Krebsdiagnose gründet sie die Farrah-Fawcett-Foundation zur Förderung der Krebsforschung, mit Schwerpunkt auf alternativen Methoden. Sie stirbt am 25. Juni 2009 im Alter von 62 Jahren an Krebs.
Bekannt geworden ist sie auch durch ihre Ehe mit Lee Majors von 1973 bis 1982. Die beiden sind in den 70er Jahren eines der berühmtesten Hollywood-Paare.

Plakat: Farrah-Fawcett-Foundation
Vor langer Zeit in Deutschland
Gut, wir haben jetzt den Nikolaus um einen Tag verpasst, den Nikolausabend sogar um zwei. Aber ich möchte Ihnen trotzdem gerne eine kleine Geschichte erzählen, wie das früher so war. Vor langer Zeit in Kreuzau. Am Abend vor Nikolaus kam selbiger zu uns. Meine Mutter war dabei, meine Brüder Josef und Georg, später auch meine kleine Cousine Brigitte mit ihrer Mutter. Mein Vater war nie dabei. Warum nicht, sollte sich mir später erschließen.
Goldener Schlüssel
Wir saßen also zusammen am Küchentisch und warteten. Auf dem Adventskranz leuchtete eine Kerze und wir waren ziemlich nervös. Dann kam er, der Nikolaus. Tiefe Stimme, weißer Bart und aus unerklärlichen Gründen immer mit Sonnenbrille. Meistens kam er ohne Knecht Rupprecht, im Rheinland „Hans Muff“ genannt. Er hatte immer ein Buch dabei, darauf war ein goldener Schlüssel abgebildet. Zumindest auf dem Buchrücken. Er begrüßte uns namentlich, auch meine Mutter und Tante Renate. Dann schlug er sein Buch auf. Zuerst wurde ich aufgerufen, ich war ja auch schließlich die Älteste. Wir wurden gelobt, es wurde aber auch immer ein bisschen geschimpft. Das hatte meistens mit Hausaufgaben oder Mama helfen zu tun. Und wir versprachen immer, uns zu bessern. Es gab ein paar Süßigkeiten, nachdem wir ein Lied gesungen hatten. Dann ging der Nikolaus, er hatte ja noch viel zu tun. Und irgendwann kam mein Vater nach Hause …
Goldener Schlüssel II
Es war Sommer, als ich im Regal im Wohnzimmer einen Buchrücken mit einem goldenen Schlüssel entdeckte. Ich zog das Buch vorsichtig aus dem Regal heraus. Der Titel war „Das Buch der Päpste“ und ich fiel ein Zettel mit der Handschrift meiner Mutter entgegen. Ich las unsere Namen und unsere kleinen Vergehen. Meine Mutter beichtete mir alles, bat mich aber, meinen kleinen Brüdern nichts davon zu erzählen. Natürlich habe ich geschwiegen. Beim nächsten Nikolausabend warteten wir wieder im Schein des Adventskranzes auf den Nikolaus. Und obwohl ich jetzt wusste, dass sich mein Vater hinter dem langen Bart aus Flachs verbarg, war ich nervös. Papa im Bischofsgewand hatte doch nochmal eine ganz andere Autorität. Wir sangen ein Lied und bekamen Spekulatius, Plätzchen und Mandarinen. Jetzt war mir natürlich klar, warum mein Vater als solcher nie am Nikolausabend dabei war. Warum mein Onkel Robert, der Vater von Brigitte, nie dabei war, sollte sich mir erst später erschließen. Mein Vater spielte auch den Nikolaus bei meinen anderen Cousinen. Und Onkel Robert war sein Fahrer.

Nikolausabend - Foto: I. Weyermann
Dell spendet Milliarden für Kids
Michael Dell und seine Frau Susan Dell spendeten 6,25 Milliarden Dollar. Damit sollen neue Anlagekonten, so genannte Trump-Konten, für 25 Millionen amerikanischer Kinder eingerichtet werden. Das US-Finanzministerium wird, laut Plan, 1000 US-Dollar auf Konten für Kinder einzahlen, die zwischen 2025 und 2028 geboren werden. Die Spende der Familie Dell stellt 250 US-Dollar für Kinder bis zu 10 Jahren bereit und zielt auf diejenigen ab, die keine staatliche Starthilfe erhalten, insbesondere in Postleitzahlgebieten mit einem durchschnittlichen Familieneinkommen von 150.000 US-Dollar oder weniger. Eltern, Verwandte, Arbeitgeber oder gemeinnützige Organisationen können ab Juli 2026 jährlich bis zu 5.000 US-Dollar einzahlen. Das Geld wird in Indexfonds angelegt. Sobald die Begünstigten 18 Jahre alt sind, können sie das Geld für Ausbildung, Hauskauf oder Unternehmensgründung verwenden.
Die Dells bezeichneten den Schritt als „eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Idee“ und ermutigten andere Spender und Unternehmen, sich ebenfalls zu beteiligen.
Neue Gesetze in Texas
Mehrere neue Landesgesetze, die während der zweiten Sondersitzung verabschiedet worden sind, sind jetzt in Kraft getreten. Dazu gehört auch der Wahlkreis-Neueinteilungsplan, welcher der Kongressdelegation des Bundesstaates fünf Sitze hinzufügt, die eher den Republikanern zuzuordnen sind. Der Oberste Gerichtshof der USA hat ein Urteil eines unteren Gerichts, das die Wahlkreiseinteilung für ungültig erklärt hat, vorläufig aufgehoben.
Biologisches Geschlecht
Das texanische Gesetz HB 7 erlaubt es Privatpersonen, jeden zu verklagen, der in Texas Abtreibungsmittel herstellt oder vertreibt. Das Gesetz sieht eine Entschädigung von mindestens 100.000 US-Dollar für den Kläger vor, sofern dieser mit dem ungeborenen Kind in Verbindung steht. Frauen, die die Medikamente einnehmen, können nicht verklagt werden. Der Gesetzentwurf 8 des Senates verpflichtet Personen in öffentlichen Schulen und Regierungsgebäuden, die Toilette ihres biologischen Geschlechts zu benutzen. Das Gesetz verbietet es außerdem Frauenhäusern, Männern Dienstleistungen anzubieten. Mit dem Gesetzentwurf HB 25 können Texaner Ivermectin ohne Rezept kaufen, und mit dem Gesetzentwurf HB 8 wird der umstrittene STAAR-Test durch drei kürzere Prüfungen ersetzt, die im Oktober, Januar und später im Frühjahr durchgeführt werden sollen.
Und hier sind die Gesetze im Originaltext zu finden: https://capitol.texas.gov/BillLookup

Eindeutige Zuordnung - Pixabay
Termine für Deutsche in Texas
7. Dezember, 16 Uhr
German Adventsgottesdienst
Immanuel Lutheran Church
922 Lutheran Church Road
Copperas Cove
10. Dezember, 17.30 Uhr
Stammtisch Dinner
Asian Buffet
1104 E Central Texas Expy
Killeen
13. Dezember, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(findet jeden Samstag statt)
13. Dezember, 14 Uhr
Weihnachtsgottesdienst
King of King Lutheran Church
17000 Smyers Lane
Round Rock
17. Dezember, 12 Uhr
Kaffeerunde
Herb and Ernie’s
Copperas Cove
(oben klicken oder unten scannen) |
