43. Ausgabe

Sonn(en)tag

  1. Ausgabe , 21. Dezember 2025

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

Ihnen und Ihren Familien ein frohes, besinnliches und friedliches Weihnachtsfest.

Herzlichst

Ursula Weyermann
[email protected] 

Jahrestag

21. Dezember 1954
Der 21. Dezember ist nicht nur der kürzeste Tag des Jahres, sondern auch der Tag der Weltuntergänge. Über den von dem Maya-Kalender prophezeite für 2012 ist einiges bekannt, auch, dass es da wohl eine Fehl-Interpretation gegeben hat. Weniger bekannt ist der Weltuntergang von 1954, wo die Aliens ihre kleinen Patsche-Pfötchen im Spiel gehabt haben sollen. Diese Geschichte ist auch eng mit einer bekannten Theorie aus der Psychologie verbunden, bzw. hat diese entstehen lassen.
 Am 21. Dezember 1954, pünktlich um Mitternacht, soll eine alles vernichtende Flut über die Erde hereinbrechen. Das jedenfalls will Dorothy Martin aus Chicago erfahren haben. Sie steht im telepathischen Austausch mit der außerirdischen Lebensform und prophezeit: Ufos werden eintreffen und sie und ihre Sekte, die „Seekers“, vor dem Untergang retten. Diese vermeintliche Botschaft aus dem All spricht sich schnell herum. Auch Leon Festinger, ein 35-jähiger Psychologe von der University of Minnesota, erfährt von dieser Geschichte. Er beschließt, die Sekte der Untergangspropheten mit einigen seiner Mitarbeiter zu unterwandern: Wie werden die „Seekers“ wohl reagieren, wenn kein Raumschiff eintrifft?

Ufo-Gläubige

In der Nacht des 21. Dezembers versammeln sich die „Seekers“ und Undercover-Psychologen im Wohnzimmer von Frau Martin. Dabei den Himmel durch das offene Fenster fest im Blick. Einige Ufo-Gläubige haben ihre Jobs gekündigt und hre Häuser verkauft. Die Nacht ist kalt und sternenklar. Die Sonne geht auf, ohne dass sich ein Alien hat blicken lassen. Für die „Seekers“ nicht wirklich ein Problem. Die Geschichte wird neu interpretiert und nun haben sie die Welt vor dem Untergang durch ihren unerschütterlichen Glauben gerettet. Das zu den „Seekers“ und Frau Martin, die bis zu ihrem Tod mit 92 Jahren bei ihrer Theorie geblieben ist.

Kognitive Dissonanz

Interessant ist aber auch, wozu diese Geschichte den Psychologen Festinger gebracht hat. Er hat die „Theorie der Kognitiven Dissonanz“ entwickelt und drei Jahre später in einem Buch veröffentlicht. Diese Theorie postuliert, dass zwischen zwei oder mehreren kognitiven Elementen irrelevante, dissonante und konsonante Beziehungen bestehen können. Auf deutsch: Wenn feste Überzeugungen in Widerspruch zur Realität geraten, sind Menschen in der Lage, höchst sonderbare gedankliche Verrenkungen anzustellen, um Selbstbild und Fakten wieder miteinander zu versöhnen. Erst, wenn alles stimmig erscheint, kann das Gehirn zurück in den Wohlfühl-Modus schalten. So auch die „Seekers“ mit ihrer vermeintlichen Rettung der Welt.

Warten auf das UFO - Bild/ai: J. Staud

Gemeinsam Delfin in TX gerettet

Ein junger Tümmler, der in flachen Gewässern nahe der Aransas Bay in Texas von einer Sandbank eingeschlossen gewesen war, ist am vergangenen Wochenende von einem Team von Freiwilligen gerettet worden. Der Delfin strandete über eine Woche lang in einem etwa acht Hektar großen und maximal 1,20 Meter tiefen Gewässer. Nach Auswertung der Gezeiten-Vorhersagen sind Experten zu dem Schluss, gekommen, dass der Delfin nicht selbstständig in die Aransas Bay zurückkehren kann. „Zeit war von entscheidender Bedeutung, um die Gesundheit und das Überleben des Tieres zu gewährleisten“, so Heidi Whitehead vom Texas Marine Mammal Stranding Network (TMMSN).

Schwimmende Plattform

Freiwillige von TMMSN, NOAA Fisheries, SeaWorld of Texas und der Amos Rehabilitation Keep haben den Delfin eingefangen, eine gründliche tierärztliche Untersuchung durchgeführt und ihn mithilfe einer speziellen schwimmenden Plattform an einen anderen Ort gebracht. „Diese erfolgreiche Rettungsaktion zeigt, was möglich ist, wenn Organisationen und Gemeinden sich gemeinsam für den Schutz der Meerestiere einsetzen“, so Whitehead weiter gegenüber „chron.com“.

Töchter und Söhne Texas’ (8)

Als Mary Patricia Plangman am 19. Januar 1021 in Fort Worth geboren, soll sie unter dem Namen Patricia Highsmith eine beachtliche Karriere als Schriftstellerin erleben. Zweitweise schreibt sie auch unter dem Pseudonym Claire Morgan. Sie ist bekannt für ihre psychologisch komplexen Kriminalromane und Suspense-Werke, in denen das Böse oft triumphiert und die Grenze zwischen Normalität und Verbrechen verschwimmt, wie in ihrem Debüt „Der Fremde im Zug“ oder der Tom-Ripley-Reihe „Der talentierte Mr. Ripley. Sie thematisierte oft die menschliche Natur, Sexualität und Entfremdung, die auch in ihrem eigenen Leben eine Rolle spielen, und schreibt auch den wegweisenden lesbischen Roman „Salz und sein Preis“. Der Fokus ihrer Werke liegt auf inneren Konflikten, Paranoias und der Psyche von Verbrechern, nicht auf der Detektivarbeit. Charakterisierend sind auch ihre amoralischen Antihelden. Die Figuren wie Tom Ripley sind charmant, aber skrupellos und genießen das Verbrechen, was den Leser dazu bringt, mitzufiebern. Oft siegt das Verbrechen über das Gute und ist somit eine Abkehr vom klassischen Krimi-Schema. Dargestellt wird, wie Unmoral und Gewalt unauffällig in das Leben gewöhnlicher Menschen eindringen können.

Zu ihren bekanntesten Werken gehören:
Der Fremde im Zug (Strangers on a Train, 1950): Zwei Männer treffen sich und tauschen die Tötung ihrer Feinde aus – das perfekte Verbrechen, da sie sich nicht kennen.
Der talentierte Mr. Ripley (The Talented Mr. Ripley, 1955): Tom Ripley nimmt nach einem Mord die Identität des reichen Dickie Greenleaf an und lebt sein neues Leben.
Salz und sein Preis (The Price of Salt, 1952): Ein lesbischer Roman, der unter dem Pseudonym Claire Morgan erscheint und positiv endet, was für Highsmith ungewöhnlich ist.

Patricia Highsmith - Foto: WikiMedia

Klage wegen Abtreibungspille

Die Anwälte der Bundesstaaten Florida und Texas haben diese Woche eine weitere Klage eingereicht, mit der sie den Zugang zu einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruchmittel einschränken und die Zulassung der Marken- und Generikaversionen aus dem Jahr 2000 aufheben wollen. Seit der Zulassung des Medikaments im Jahr 2000 wurde die Beschränkung, die seine Anwendung auf sieben Schwangerschaftswochen beschränkte, auf zehn Wochen ausgeweitet, und es wurde für den Vertrieb per Post zugelassen – ein Verstoß gegen den Comstock Act von 1873, so die Klage. Abtreibungsbefürworter betonen, dass die Einnahme von Mifepriston nur wenige Risiken für Frauen birgt, während Gegner argumentieren, dass die FDA-Zulassung des Medikamentes darauf hinweist, dass 2,9 bis 4,6 Prozent der Frauen, die es einnehmen, eine Notfallversorgung benötigen könnten.

Dritte Klage

Dies ist die jüngste einer Reihe von Maßnahmen republikanischer Politiker des Bundesstaates, um die Abgabe von „Mifepriston“ einzuschränken. Es handelt sich zudem um die dritte Klage mit ähnlichen Vorwürfen – eine weitere ist in Missouri anhängig, nachdem US-Bezirksrichter Matthew Kacsmaryk sie Anfang des Jahres von seinem Gericht in Texas dorthin verlegt hatte, und Louisiana reichte im Oktober eine eigene Klage gegen die US-Behörde FDA ein.

Blutspenden nach Anschlag in Australien

In den Tagen nach dem Anschlag am Bondi Beach fanden Zehntausende Einwohner Sydneys eine einfache Möglichkeit zu helfen: Sie krempeln die Ärmel hoch, und das im wahrsten Sinne des Wortes. In den Spendenzentren der Stadt dauerten die Wartezeiten bis zu sieben Stunden, da die Menschen Schlange standen, um Blut zu spenden. Das australische Rote Kreuz Lifeblood meldete daraufhin landesweit fast 50.000 Spendenbuchungen.

Lange Wartezeiten

Laut Berichten sagten viele Spender gegenüber BBC-Reportern, die Wartezeit spiele keine Rolle, da dies angesichts der Tragödie „alles sei, was wir tun können“. Die Verantwortlichen von Lifeblood riefen die Australier dazu auf, auch in den kommenden Wochen weiterhin Blut zu spenden, da Blutkonserven noch lange benötigt würden, selbst wenn die Schlagzeilen längst abgeklungen seien.

Blutspenden erwünscht - Bild: carvit56 auf Pixabay

Die Weihnachtsgeschichte

Weihnachten wird nicht wegen Coca-Cola gefeiert und einem Mann mit dickem Bauch und weißem Bart, der in ein rotes Plüschmäntelchen gequetscht wird. Nein, Weihnachten hat einen anderen Hintergrund. Und der liegt, laut Bibel, mehr als 2000 Jahre zurück. Am bekanntesten ist die Erzählung der Weihnachtsgeschichte im Lukas-Evangelium. Wichtige Details, wie die Heiligen Drei Könige, finden sich jedoch nur im Evangelium nach Matthäus.

In Krippe gelegt

Lukas: Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Hirten kehrten wieder um

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste, gab man ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.

Herodes

Matthäus: Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten: „Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.“ Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete.

Gold, Weihrauch und Myrrhe

Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Das Kind in der Krippe - Bild/ai: J. Staud

Termine für Deutsche in Texas


27. Dezember, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(findet jeden Samstag statt)

6. Januar, 17.30 Uhr
Abendrunde
Cafè Baklava
701 W Elms Rd
Killeen

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