45. Ausgabe

Sonn(en)tag

  1. Ausgabe , 4. Januar 2026 - Januar-Ausgabe

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

vor Ihnen liegt die erste Ausgabe des neuen Jahres und damit auch die erste monatliche Ausgabe. Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf, wenn ich Sie oder Ihr Unternehmen in der Februar-Ausgabe vorstellen soll.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein wunderbares und friedliches 2026 bei bester Gesundheit.

Herzlichst

Ursula Weyermann
[email protected] 

Jahrestag

4. Januar 1809
Der Held dieses Jahrestages kommt weder aus Texas oder dem „Rest“ der USA noch aus Deutschland, was eigentlich Bedingung für unseren Jahrestag ist. Aber er hat mit seiner Erfindung die ganze Welt verändert. Und deswegen ist sein Geburtstag auch zum weltweiten Jahrestag der Brailleschrift avanciert. Louis Braille wird am 4. Januar 1809 in Coupvray bei Paris in Frankreich geboren. Mit drei Jahren erblindet er durch einen Unfall. In der Sattlerei seines Vaters greift er nach einer Ahle, einem scharfen Werkzeug zum Durchstechen von Leder. Die rutsch ihm aber aus der Hand und dabei sticht er sich ins Auge. Die Wunde entzündet sich, und die Infektion breitet sich aus. Schon bald ist Louis auf beiden Augen blind. Lernen ohne Lesen gestaltet sich für den wissbegierigen Jungen schwierig. Mit zehn Jahren erhält er ein Stipendium an der Königlichen Blindenanstalt in in Paris. Aber hier gibt es nur 14 Bücher in riesiger erhabener Schrift, und Louis kann nicht lesen.

Verfeinerte Nachtschrift”

Im Jahr 1821 besucht der ehemalige Soldat Charles Barbier die Schule und stellt dort seine Erfindung, die sogenannte Nachtschrift“, vor – einen Code aus zwölf erhabenen Punkten, mit dem Soldaten im Dunkeln streng geheime Informationen auf dem Schlachtfeld austauschen können. Für die Soldaten ist dieser Code jedoch schwer zu entschlüsseln, aber nicht für Louis. Der reduzierte die Anzahl der Punkte in jedem Zeichen von zwölf auf sechs. Dadurch können alle Punkte eines Zeichens gleichzeitig mit der Fingerspitze berührt werden. Louis verbessert das System stetig und hat es im Wesentlichen zu seinem 15. Geburtstag fertiggestellt. 1829 veröffentlicht er das erste Blindenschriftbuch überhaupt, in dem er seine Lese- und Schreibmethode beschreibt. Später publiziert er darüber hinaus ein Lehrbuch der Arithmetik für Blinde.

Auch für Mathematik und Musik

Die Brailleschrift ermöglicht es blinden Personen und Menschen mit einer Sehbehinderung fortan, Texte eigenständig zu lesen und zu verstehen. Konkret umfasst sie sechs Erhebungen, drei in der Höhe und zwei in der Breite. Daraus ergeben sich 64 Kombinationsmöglichkeiten, welche Buchstaben, Ziffern, Sonderzeichen und Satzzeichen darstellen. Mittlerweile gibt es die Brailleschrift auch für Musiknoten, mathematische sowie chemische Formeln. Besonders ist, dass alle Punktkombinationen Buchstaben und Umlaute nur als Kleinbuchstaben abbilden. Um einen Großbuchstaben kenntlich zu machen, steht vor dem Kleinbuchstaben eine zusätzliche Punktkombination, die vermittelt, dass der darauffolgende Buchstabe großgeschrieben wird. Selbiges gibt es auch, wenn alle Buchstaben des folgenden Wortes großgeschrieben werden. Ziffern werden im Braille-Alphabet ebenfalls durch Buchstaben repräsentiert, vor welchen erneut ein Zeichen steht, welches signalisiert, dass eine Ziffer folgt. 
Im Laufe der Digitalisierung hat sich die Brailleschrift dahingehend vorteilhaft weiterentwickelt. Es gibt heute Computer-Tastaturen, die auf den einzelnen Tasten die jeweiligen Buchstaben auch in Braille aufweisen. Zusätzlich gibt es Tastaturen, die eine Braille-Zeile führen, mit welcher digitale Texte aus dem Internet gelesen werden können.

Louis Braille - Kupferstich von Henri Thiriat 1877

Von 2015-2025 - leider keine Besserung

Ich habe Silvester im netten, kleinen Dublin in Texas verbracht, und es war so friedlich, dass ich schon um Zehn eingeschlafen bin und die Katzen mich, erschrocken über einen frühem Böller, um fünf vor Zwölf geweckt haben. Es hat dann in Folge eine paar Böller und ein bisschen buntes Feuerwerk gegeben. Mehr nicht, keine Krankenwagen, keine Polizei, keine Randale und keine Gruppenvergewaltigung. In Deutschland läuft Silvester ja seit einem Jahrzehnt nicht mehr so ruhig ab. Mit der „Armlänge Abstand“ hat das angefangen. Das nämlich ist die Empfehlung der damals frisch gewählten parteilosen Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker für besorgte und verängstigte Frauen gewesen. Da hat es angefangen, dass (auch) Frauen, sexuellen Missbrauch, Nötigungen und Vergewaltigungen, so sie denn durch eher dunkelhäutige, nicht-deutsche Männer stattfinden, herunterspielen. Da hat es angefangen, dass Frauen die Schmerzen der Opfer zum Schutz einer woken Blase kleinreden. Frau Reker hat den Startschutz zur Opfer-Verhöhnung gegeben.

Armlänge Abstand

Für diejenigen, die sich nicht mehr erinnern können, sei hier die Kölner Silvesternacht von 2015/16 kurz zusammengefasst. Das Areal zwischen Kölner Dom und Hauptbahnhof bot die schaurige Kulisse für ein erbärmliches Schauspiel, bei dem überwiegend Nordafrikaner wie wilde Tiere über Frauen herfielen. Es gab 1210 Strafanzeigen, darunter Körperverletzungen, Messerattacken und 511 sexuelle Übergriffe. Die Dunkelziffer lässt sich noch nicht einmal erahnen. Und im Nachgang empfahl Reker den Frauen, immer eine Armlänge Abstand zu halten. Und die Polizei sprach intern von Nafris (Nordafrikanischen Intensivtätern). Dieser Begriff gelangte an die Öffentlichkeit. Und die woke Blase hatte Schnappatmung. Nicht wegen der Vergewaltigungen, sondern wegen des Begriffs.

Stockholm-Syndrom

Köln hat sich in den darauffolgenden Jahren hunderte Male wiederholt. Im Kleinen und im Großen. Hier ne Messerstecherei, da ne Gruppenvergewaltigung und dort ein Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt. Jedes Mal eine Nadelstich in die woke Blase. Sollte man meinen. Die Antwort aus der Bubble heraus ist aber nie eine Forderung nach strengeren Maßnahmen oder nach Opferschutz. Nein, die Antwort ist dann eine „Demo gegen rechts“. Die woke Blase befindet sich im kollektiven Stockholm-Syndrom und sympathisiert mit den Tätern und nimmt sie in Schatz. So auch zu sehen bei der Stadtbild- und wir-sind-die-Töchter-Debatte um Merz. Und wieder sind es Frauen, die Opfer verhöhnen. Gut situierte Töchter, die sich nie an dunklen Bahnhöfen und Bushaltestellen aufhalten müssen, spielen die Taten an solchen Plätzen herunter. Die aktuellen Ereignisse zum Jahresbeginn in Berlin und anderen Städten lassen da nicht wirklich eine Besserung erkennen. Und dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass immer mehr Menschen in Deutschland diesen Irrsinn erkennen und handeln. Dass es friedlich wird, wie in meinem netten, kleinen Dublin in Texas.

Töchter und Söhne Texas’ (10)

Porträt von Sam Houston - Maler unbekannt

Die Serie „Söhne und Töchter Texas“ erzählt normalerweise von Menschen, die in Texas geboren worden sind. Dazu zählt er nicht. Und dennoch hat er wie kaum ein anderer die Geschichte von Texas so nachhaltig beeinflusst. Sein außergewöhnliches Leben verbindet die frühe amerikanische Pionierzeit, die Welt der indianischen Nationen, Revolution, Staatsgründung und den Bürgerkrieg – und zeigt einen Mann, der immer wieder den Mut hatte, gegen den Strom zu schwimmen.

Der Rabe

Am 2. März 1793 in Virginia geboren, wächst Saumuel „Sam“ Houston unter schwierigen Umständen auf. Nach dem frühen Tod seines Vaters zieht die Familie nach Tennessee. Als Jugendlicher läuft er von zu Hause weg und lebt mehrere Jahre bei den Cherokee. Dort wir er adoptiert und erhält den Namen Colonneh, was „Der Rabe“ bedeutet. Diese prägende Zeit begründet seinen lebenslangen Respekt für die amerikanischen Ureinwohner. Eine Haltung, die ihn später politisch oft isoliert, aber moralisch auszeichnet. Seinen Aufstieg beginnt Houston als Soldat im Krieg von 1812 unter Andrew Jackson. Mut und Führungsstärke bringen ihm Ansehen und den Einstieg in die Politik. Er wird Kongressabgeordneter und schließlich Gouverneur von Tennessee. Doch ein persönlicher Zusammenbruch und ein öffentlicher Skandal beenden diese Karriere abrupt. Houston zieht sich zurück und findet seinen Weg nach Texas.

Schlacht von San Jacinto

In den 1830er Jahren wird Texas zum Wendepunkt seines Lebens. Houston erkennt früh, dass der Konflikt mit der mexikanischen Zentralregierung unausweichlich ist. Als Oberbefehlshaber der texanischen Armee führt er die Truppen 1836 in der Schlacht von San Jacinto zu einem spektakulären Sieg. Innerhalb von nur 18 Minuten wird das Schicksal des Landes entschieden. Die Gefangennahme von Santa Anna sichert die Unabhängigkeit von Texas und Houston wird zum Nationalhelden. Doch er ist mehr als nur ein Kriegsführer. Als Präsident der unabhängigen Republik Texas setzt Houston auf Stabilität, Diplomatie und Frieden. Er sucht den Ausgleich mit indianischen Stämmen, saniert die Staatsfinanzen und arbeitet beharrlich auf den Beitritt der Republik zu den Vereinigten Staaten hin, ein Ziel, das 1845 erreicht wird.

Prinzipien

Später vertritt Houston Texas als US-Senator und wird 1859 Gouverneur. In einer Zeit wachsender Spannungen zwischen Nord und Süd bleibt er seiner Überzeugung treu: Die Spaltung der Union hält er für einen fatalen Fehler. Als Texas 1861 aus der Union austritt, verweigert Houston den Treueeid auf die Konföderation und verliert sein Amt. Er opfert seine politische Karriere, um seinen Prinzipien treu zu bleiben. Sam Houston stirbt 1863 in Huntsville, Texas. Sein Vermächtnis lebt fort … in Städten, Universitäten, Wäldern und im Selbstverständnis eines Staates, den er entscheidend geprägt hat.

Prinzipientreu und kampferprobt - Bild/ai: J. Staud

Neue Landesgesetze zum Jahresbeginn

Ab dem 1. Januar sind mehrere neue Landesgesetze in Kraft. Zu den wichtigsten gehören ein Regulierungsrahmen für künstliche Intelligenz und die Verpflichtung für App-Stores, Minderjährige vom Herunterladen und Kaufen von Apps auszuschließen. Die Umsetzung beider Gesetze ist jedoch aufgrund einer kürzlich erlassenen Anordnung von Präsident Trump und anhängiger Klagen fraglich. Ein weiteres wichtiges Gesetz ist der Senatsentwurf 8, der Sheriffs von Landkreisen mit mehr als 100.000 Einwohnern verpflichtet, im Rahmen des Bundesprogramms 287(g) Vereinbarungen zur Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen mit der Einwanderungsbehörde ICE abzuschließen. Die Landkreise müssen das Gesetz bis zum 1. Dezember 2026 umsetzen; für Landkreise mit weniger als einer Million Einwohnern stehen Fördermittel zur Verfügung.

Räumung von besetzten Häusern

Es treten außerdem Gesetze in Kraft, die sich auf die Grundsteuersätze beziehen, darunter eine von den Wählern genehmigte Maßnahme zur Erhöhung des Freibetrags für bewegliches Sachvermögen von Unternehmen, eine Verpflichtung für lokale Steuerbehörden, zu erläutern, wie die Steuersätze berechnet werden, und Gesetze, die die Umsetzung erhöhter Steuersätze nach Katastrophen regeln. Andere Gesetze vereinfachen das Antragsverfahren für Arbeitslosengeld, erlauben es Gerichten, die Räumung von von besetzten Häusern ohne Gerichtsverhandlung anzuordnen, und schaffen eine befristete Befreiung von den Öl- und Gasförderabgaben für Betreiber, die stillgelegte Bohrlöcher wieder in Betrieb nehmen.

Tradition in Deutschland: Heilige Drei Könige

Zu vielen Kindheitserinnerungen in Deutschland zählen auch die „Heiligen Drei Könige“. Sie haben den Abschluss der Weihnachtsferien markiert, aber auch manchen Kindern einen Auftritt mit den Sternsingern beschert. Die Geschichte der Heiligen Drei Könige (Caspar, Melchior, Balthasar) beschreibt weise Männer (Magier/Sterndeuter) aus dem Morgenland, die einem Stern folgten, um das Jesuskind zu finden und mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu ehren. Das Matthäus-Evangelium berichtet, dass „Magier aus dem Osten“ einen Stern sahen, der die Geburt eines neuen Königs ankündigte, und nach Bethlehem reisten, um das Kind zu ehren. Obwohl die Bibel ihre Anzahl und Namen nicht nennt, entwickelte sich die Tradition der drei Könige mit spezifischen Namen und Herkünften (Europa, Asien, Afrika) im Mittelalter. Ihre Gaben symbolisieren Jesus' Königtum (Gold), Göttlichkeit (Weihrauch) und Sterblichkeit (Myrrhe). Die Könige symbolisieren die Völker der damals bekannten Welt (Europa, Asien, Afrika) und die Lebensalter (Greis, Erwachsener, Jüngling). Caspar, Melchior und Balthasar als Namen werden erst im Mittelalter populär. Die Zahl Drei etabliert sich durch die drei Geschenke, obwohl die Bibel keine genaue Zahl nennt. Da die Bibel nur von des Weisen aus dem Morgenland spricht, ist dort keine Quelle zu finden, wie die Könige gestorben sind.

Kölner Dom

Es gibt keine eindeutige historische oder biblische Darstellung ihres Todes. Jedoch wird vermutet, dass sie als Märtyrer gestorben sind. Legenden besagen, dass die Reliquien im 4. Jahrhundert in Jerusalem gefunden worden und über Mailand nach Köln gekommen sind. Die Überführung der Heiligen Drei Könige hat letztlich zum Bau des Kölner Domes geführt. Dort befinden sich die Gebeine im Drei-Königs-Schrein und stellen ein wichtiges Pilgerziel dar.

C+M+B

Zurück zum Sternsingen: Auch heute noch ziehen Kinder, als Könige und deren Anhang verkleidet. Von Haus zu Haus und bitten um Spenden für einen guten Zweck. Dabei hinterlassen sie auf Wunsch das Zeichen C+M+B mit der Jahreszahl versehen in Kreideschrift neben der Tür. Oft wird dazu folgendes Lied gesungen:
Die heil’gen drei König’ mit ihrigem Stern,
die kommen gegangen, ihr Frauen und Herrn.
Der Stern gab ihnen den Schein;
ein neues Reich geht uns herein.

So stellen sich Kinder die Weisen aus dem Morgenland vor - Bild/ai: J. Staud

Januar-Termine für Deutsche in Texas


6. Januar, 17.30 Uhr
Abendrunde
Cafè Baklava
701 W Elms Rd
Killeen

10. Januar, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(findet jeden Samstag statt)

21. Januar, 13 Uhr
Kaffeerunde
Herb und Ernie’s
Copperas Cove

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