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51. Ausgabe
Sonn(en)tag
Ausgabe , 5. Juli 2025
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
spiegelt das frühe Ausscheiden der deutschen Mannschaft den Zustand Deutschlands wieder? Dazu dürfen Sie mir gerne Ihre Meinung schreiben. Ansonsten wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben einen schönen Sonntag.
Herzlichst
Ursula Weyermann
[email protected]
Jahrestag
Am 5. Juli 2001 verstarb Hannelore Kohl, die Ehefrau des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl, in ihrem Wohnhaus in Ludwigshafen am Rhein. Sie beendete ihr Leben infolge einer schweren Erkrankung und der damit verbundenen sozialen Isolation durch Freitod. Hannelore Kohl begründete ihren Schritt in Abschiedsbriefen mit unerträglichen Schmerzen und einer extremen Lichtallergie (Lichturtikaria), die sie zwang, tagsüber in abgedunkelten Räumen zu leben.
Zum Hintergrund der Krankheit: Seit Ende der 1960er Jahre war bei Hannelore Kohl eine Penicillin-Allergie bekannt. Im Februar 1993 erhielt sie jedoch wegen einer Infektion versehentlich ein Antibiotikum, welches eine dem Penicillin ähnliche Substanz enthielt. Dessen Einnahme führte zu einem zunächst lebensbedrohlichen Zustand. Die als Lyell-Syndrom diagnostizierte Allergiereaktion erforderte einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt. Seitdem litt sie nach Aussagen ihres Sohnes Walter Kohl an einer Lichtallergie und einer schweren Depression. Die Krankheit, die zunächst beherrschbar erschien, trat ab 2000 wieder verstärkt auf. Ab Mai 2000 konnte Hannelore Kohl das tagsüber abgedunkelte Haus nur nach Sonnenuntergang verlassen. Nach Angaben ihres Mannes in Interviews, die er mehrere Jahre später gab, litt sie an unerträglichen Schmerzen.

Helmut und Hannelore Kohl mit den Söhnen - Foto: Bundesarchiv
Brot und Spiele …
Die Bundesregierung wird das rasche Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der WM sehr bedauern. Dies ist aber weniger dem Patriotismus geschuldet, als vielmehr der Angst, dass die Bürger jetzt wieder mehr Zeit haben, ihren Abgeordneten auf die Finger zu gucken.
Unliebsame Gesetzesänderungen und Ähnliches während einer Fußball-WM durchzubringen, hat in Deutschland lange Tradition. Brot und Spiele war schon im alten Rom sehr beliebt. Doch zurück zu Deutschland: Erinnert sei hier an die Mehrwertsteuererhöhung während der WM 2006, dem so genannten Sommermärchen. Die Erhöhung des Beitragssatzes für die gesetzlichen Krankenkassen wurde während der WM 2010 beschlossen.
Aber die EMen haben es auch wirklich in sich gehabt. So haben gerade mal 26 (!) Abgeordnete beim Halbfinale Deutschland-Italien am 28. Juni 2012 innerhalb von weniger als einer Minute für die Reform des Meldegesetzes gestimmt. Damit durften Ämter die Daten von Bürgern - so diese nicht vorher ausdrücklich widersprechen - an Firmen und Adresshändler weitergeben.
Im Jahr 2021, die EM hat gerade angefangen gehabt, und die Bundesregierung hat ohne viel Aufhebens und Sinn die so genannte epidemische Lage von nationaler Tragweite um weitere drei Monate verlängert und sich damit weiterhin umfassende Sonderrechte eingeräumt.
Und zur laufenden WM will der Bundestag mal wieder eine tiefgreifende Reform der Krankenversicherung beraten. Am 10. Juli! Hätte Deutschland das Viertelfinale erreicht, dann hätte das Spiel am Abend vorher stattgefunden.
In Texas zuhause: Susi aus Burgstädt

Ein verrücktes Huhn … oder zwei? - Foto: Privat

Manchmal auch Gast bei ihrer Arbeitsstelle - Foto: Privat
Als Susi Christopher 2020 nach Texas kommt, kann sie schon auf Erfahrung mit feuchter Sommerhitze zurückgreifen. Immerhin hat sie 14 Jahre in Florida gelebt. Wenn auch die Witterungsverhältnisse in beiden Staaten ähnlich sind, zumindest im Sommer, so kommt Texas im Vergleich wesentlich besser weg als Florida. „In Florida sind die Menschen ziemlich arrogant. Vor allem die, die zum Überwintern kommen“, ist Susis Meinung. „Die Menschen in Texas sind viel offener und freundlicher.“
Aber immerhin hat Florida, wenn auch über Umwege, sie dahin gebracht, wo sie jetzt ist. Zufrieden und glücklich. Ein Freund von ihr hat damals ein deutsches Restaurant in Jacksonville Florida aufgemacht und ihr einen Job angeboten. So hat sie kurzerhand Deutschland verlassen. Abenteuerlust und Neugier sind in dem Moment größer gewesen, als die Trauer, Familie und Freunde zu verlassen. Auch im Rückblick bereut sie diesen Schritt nicht.
Kleine Farm mit vielen Tieren
Was sie denn von Florida nach Texas gebracht hat? „Das war Adam“, strahlt sie. Der ist in Florida stationiert gewesen. Und für ihn hat festgestanden, dass er nach active Duty wieder zurück in seine Heimat möchte. Texas! Bei La Vernia bewirtschaften Susi und Adam eine kleine Farm, mit Ziegen, Hühnern, Truthähnen und drei Esel. „Es ist so schön, draußen bei den Ziegen zu sitzen“, schwärmt die 44-Jährige. Größtenteils ist es Adam, der auf der Farm arbeitet. Susi hat nämlich einen Job als Managerin in der deutschen Restauration Krause’s Café in New Braunsfeld. Gerade jetzt zur Fußballweltmeisterschaft geht da mächtig die Post ab. Montags und dienstags hat sie frei. An den anderen Tagen arbeitet sie bis zu zehn Stunden. Am Wochenende im Dirndl. Krause’s Café zieht viele deutsche Gäste an, auch das deutsche Fernsehen. „Kabel 1 hat schon bei uns gefilmt“, erzählt Susi. Ihre Arbeit mag sie sehr, auch wenn es mit dem Bierkrug-Schleppen manchmal ganz schön anstrengend ist. Der einzige Wermutstropfen ist die lange Fahrt. Der Hinweg nimmt eine Stunde in Anspruch, der Rückweg sogar anderthalb Stunden.
Verwandtschaft in Deutschland
Einmal im Jahr fliegt Susi nach Deutschland. Aufgewachsen ist sie in Burgstädt zwischen Leipzig und Dresden. Die Oma ist vor vier Jahren gestorben, der Opa schon vor einem Jahr. „Das war schon schwer für mich, dass ich nicht für sie da sein konnte“, blickt Susi zurück. Der Bruder mit vier Kindern, die Mama, etliche Cousins und Cousinen, sowie Tanten und Onkel und Freunde, sind aber noch Grund für einen Besuch in der alten Heimat. Freunde haben sie auch schon in Texas besucht, „aber die meisten scheuen den langen Flug“.
In Deutschland zu leben, kann sie sich nicht mehr vorstellen: „Das Leben in Deutschland ist sehr teuer geworden.“ Außerdem mag sie die Weite in Texas. Und die genießt sie oft mit Ehemann Adam zusammen bei Wanderungen.

Viel unterwegs mit Adam - Foto: Privat

Gut gelaunt bei der Arbeit - Foto: Privat
Schraubenwurm in Texas
Der New World Screwworm hat die Grenze zu Südtexas erreicht und wurde in einer Kuh im Jim Hogg County nachgewiesen. Dies führte zu Quarantänemaßnahmen in Teilen von Landkreisen. Die texanische Tiergesundheitskommission bestätigte den Fall und richtete ein neues Befallsgebiet ein, das sich über Teile der Countys Jim Hogg, Starr und Zapata erstreckt. Insgesamt wurden seit Anfang Juni landesweit 26 Fälle bestätigt, davon 25 in Texas und einer in New Mexico.
Offene Wunden
Die Larven des Parasiten bohren sich in offene Wunden von Nutztieren, Haustieren und Wildtieren – eine Erkrankung, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Innerhalb der Schutzzonen dürfen Viehzüchter Tiere, Felle oder Kadaver nur nach staatlicher Kontrolle transportieren. Die von Gouverneur Greg Abbott Anfang des Jahres ausgerufene Katastrophenerklärung für den gesamten Bundesstaat bleibt weiterhin in Kraft; die Rinderindustrie des Bundesstaates steht auf dem Spiel.
Töchter und Söhne Texas’ (16)
Der Sohn Texas’ der heutigen Ausgabe ist Tennessee geboren worden. Um ihn ranken viele Geschichten. David Crockett ist sein Name, später immer genannt. Er erblickt am 17. August 1786 als eines von neun Kindern der Pioniere John und Rebecca Crockett das Licht er Welt. Vater John hat Mühe, den Lebensunterhalt zu bestreiten, und die Familie zieht während Davys Kindheit mehrmals um. Bald schon muss er zur Tilgung der Familienschulden beizutragen und erhält keine nennenswerte akademische Ausbildung. Sein Lehrmeister ist die Wildnis, wo er sich zu einem geschickten Waldarbeiter, Kundschafter und Jäger entwickelt.
Sechs Kinder und zwei Stiefkinder
Er heiratet im August 1806 Mary (Polly) Finley. Das Paar hat drei Kinder, John, William und Margaret und bewirtschaftet in Franklin County eine Farm namens „Kentuck“. 1813 tritt Crockett als Kundschafter der Miliz von Tennessee bei und kämpft in Alabama gegen die Creek-Indianer. Er nimmt am Massaker an den Indianern in Tallushatchee teil, das als Vergeltung für einen Angriff der Ureinwohner auf Fort Mims verübt wird. Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst im Jahr 1815 kehrt er nach Hause zurück, wo seine Frau Polly bald darauf stirbt. Bald darauf heiratet er die Witwe Elizabeth Patton. Sie bringt zwei Kinder mit in die Ehe, und zusammen bekommen sie drei weitere: Robert, Rebecca Elvira und Matilda. Die Familie zieht nach Lawrence County, er gründet mehrere Unternehmen und startet seine politische Karriere.
Begabter Geschichtenerzähler
Schon bald wird er zum öffentlichen Kommissar von Lawrence County ernannt. Später im selben Jahr wird er zum Friedensrichter gewählt und anschließend zum Oberstleutnant der Miliz von Tennessee befördert. Nach seinem Rücktritt von diesen Ämtern gewinnt er einen Sitz in der Tennessee General Assembly für die Countys Lawrence und Hickman, dort setzt er sich für die Steuer- und Landrechte armer Siedler ein und entwickelt seine Redekunst weiter. Nachdem er durch Überschwemmungen seine Geschäfte verloren hat, zieht Davy nach Carroll County und wird erneut in die Generalversammlung gewählt. Zwischen 1827 und 1834 zieht er einige mal ins Repräsentantenhaus ein und wieder aus. Während dieser Zeit macht er sich als begabter Geschichtenerzähler und als „Gentleman vom Land“ einen Namen – eine snobistische Anspielung auf seine ländliche Herkunft. Er wird sogar Gegenstand eines Theaterstücks und einer Reihe von Büchern und Almanachen, die abenteuerliche Geschichten über seine Taten als Bärenjäger im Grenzland enthalten. In der Hoffnung, die Wahrheit über sein Leben ans Licht zu bringen und sein Image als Volksheld zu ändern, schreibt Crockett seine Autobiografie und geht auf Lesereise. Nach seiner Rückkehr und dem Verlust seines Kongresssitzes sagt er den berühmten Satz: „Ich habe den Menschen in meinem Wahlkreis versprochen, ihnen treu zu dienen, wie ich es bisher getan habe; wenn nicht, können sie zur Hölle fahren, und ich gehe nach Texas.“ Und so geschieht es.
Schlacht um Alamo
Crockett und eine 30 Mann starke bewaffnete Brigade treffen im Januar 1836 während des texanischen Unabhängigkeitskrieges in Nacogdoches ein. Er leistet gegenüber der Provisorischen Regierung von Texas den Treueeid und erhält im Gegenzug Land. Im Februar erreiche er die Alamo-Mission in San Antonio. Am 23. Februar belagern Santa Anna und Tausende seiner Truppen das Alamo. Auf der Gegenseite sind nicht mehr als 200 texanische Freiwillige, darunter Crockett und seine Männer, deren Scharfschützen-Fähigkeiten und Langgewehre sich im Kampf als unschätzbar wertvoll erweisen. Trotz des Ratschlags des texanischen Kommandanten Sam Houston, San Antonio aufzugeben , graben sich die Verteidiger des Alamo ein und halten 13 Tage lang durch, bis mexikanische Soldaten am 6. März ihre Verteidigungsanlagen überrennen und alle töten. Man nimmt an, dass Crockett bei der Verteidigung des Alamo ums Leben gekommen ist. Sein Tod in der Schlacht von Alamo festigt seinen Ruf als Held und untermauert seinen legendären Status.
Ballad of Davy Crockett
1954 produziert Walt Disney eine Fernsehserie über Crocketts Leben mit dem Titel „ Davy Crockett“, in der Fess Parker die Hauptrolle spielt. Die Serie bringt das berühmte Lied „The Ballad of Davy Crockett“ von George Bruns und Thomas W. Blackburn hervor und prägt das bis heute beliebte Bild des patriotischen Crockett mit Gewehr, gekleidet in Westernkleidung und mit Waschbär- Fellmütze.

Ein texanischer Held: Davy Crockett - Bild/ai: J. Staud
Unabhängigkeit und Geburtstag
Ganz knapp verpasst hat diese Ausgabe den „Independence Day“ und den 250. Geburtstag der USA. Wie knapp, darüber kann man streiten, Denn was die Unabhängigkeit der Staaten betrifft, so gibt es zwei Daten. Jedes Jahr am 4.Juli feiern die Amerikaner die Unabhängigkeit von Großbritannien, die sie im Jahr 1776 erlangt haben. Der Kongress hatte die Unabhängigkeitserklärung bereits am 2.Juli 1776 angenommen, sie wurde aber erst zwei Tage später unterzeichnet. Die damals 13 Kolonien an der Ostküste erklärten noch während des Revolutionskrieges gegen die britische Krone ihre Unabhängigkeit und machten George Washington zu ihrem Präsidenten. In dem Dokument wurden die Kolonien erstmals als die „Vereinigten Staaten von Amerika“ bezeichnet, offiziell wurden sie das jedoch erst 1787 durch die Verfassung. Wirklich offiziell wurde die Unabhängigkeit erst ab 1783, als der Krieg gegen Großbritannien gewonnen war. Begonnen hatte das Ganze mit einem Aufstand gegen ungerechte Besteuerung (z.B. Boston Tea Party 1773) und der Unzufriedenheit mit der Herrschaft König Georgs III.
Termine für Deutsche in Texas
7. Juli, 17.30 Uhr
Abendrunde
Cafe Baklava
Killeen
9. Juli, 13 Uhr
Liederkranz
Restaurant Brickoven
Kempner
11. Juli, 13 Uhr
Deutscher Stammtisch in Houston
La Madeleine
5885 San Felipe
(findet jeden Samstag statt)
15. Juli, 13 Uhr
Kaffeerunde
Herb and Earnie's
Copperas Cove
4. August, 17.30 Uhr
Abendrunde
Cafe Baklava
Killeen
19. August, 13 Uhr
Kaffeerunde
Herb and Earnie's
Copperas Cove
Schicken Sie mir gerne Ihre Termine für die nächste Ausgabe vom 2. August. Alles, was bis zum 1. August eingeht, wird veröffentlich.
[email protected]
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